logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Samstag, 01.07.2006

Home, sweet home

Als das Flugzeug nach 11 Stunden Flug von Incheon (Korea) endlich den Landeanflug begann und ich von 1 km Höhe einen Blick auf meine alte Stadt werfen konnte, wäre ich am liebsten zum Captain gerannt und hätte ihn gezwungen zurück nach Sydney zu fliegen!

Diesig und schwüel war es, als ich aus dem Flugzeug stieg! Überall drang die lang vergessene deutsche Sprache an mein Ohr! Bis vor der Landung hatte ich noch Heimweh, wollte meine Leute wiedersehen, mit dem Studieren anfangen oder mal wieder günstigen, besser schmeckenden Deutschen Alkohol genießen!

Sobald die Boing 747 aufgesetzt hat, hat mich das Fernweh wieder gepackt! Ich wollte gleich an den Schalter gehen und mir den nächsten Flug nach Kanada sichern! In Australien war ich Reisender, wenn mir langweilig war, bin ich einfach zum nächsten Ort gezogen oder mal kurz als Erntehelfer gearbeitet! Hier in Deutschland bin ich nur ein weiterer Arbeitsloser und bis Studienbeginn sinds noch 3,5 Monate!

Doch als ich dann vom Zollbeamten mit einem großen Lächeln und einem "Willkommen zu Hause" begrüßt wurde, dachte ich mir: "So schlimm kann's ja doch nicht sein"! Die Australier sind ja schon ziemlich begeistert über das Abschneiden ihres Teams in der WM, aber ganz Deutschland scheint ja in eine Masseneuphorie geraten zu sein! Die Leute begrüessen sich wieder auf der Straße und die Sonne scheint heller!

Und die Accomodation ist 1A! Einzelzimmer, umsonst und Essen muss ich auch nicht mehr kochen! Leider trifft man auch nicht jeden Tag neue Leute und muss jetzt mit den alten lernen auszukommen!

Erstaunlich ist aber wieviele Menschen, die ich schon längst vergessen habe, mich fragen, wie's in Australien war! Lange Geschichte! Deshalb antworte ich meistens einfach mit: "Klasse, und was machst du jetzt so?"

Samstag, 24.06.2006

Meine Tage sind gezaelt

Oho, der Tag meiner Abreise rueckt immer naeher! Auf wiedersehen sorgloses rumreisen, spaet aufstehen und nichts tuen! Die Realitaet hat mich wieder!

Einerseits freue ich mich auf die Leute zu Hause und bin schon ganz aufgeregt, endlich mit dem Studieren anzufangen! Ausserdem werd ich bei dem Wetterbericht aus Deutschland immer neidisch! Bei uns sinds im Moment naemlich nur 15-20 Grad!

Reisen war schon riesig spassig, aber jetzt sind alle Nationalparks bewandert, alle einheimischen Tierarten fotodokumentiert, alle Staedte unsicher gemacht und alle australischen Biere geschmacksgetestet! Zeit mal wieder was sinnvolles zu machen!

Jetzt schnell noch allen zuhause Postkarten schreiben, damit sie nicht sauer werden (hoffentlich funktioniert das auch, wenn die Karten erst nach mir ankommen) und allen ueberschuessigen Ballast, der sich so in einem Jahr natuerlicherweise so ansammelt, wegwerfen!

So lange ich hier bin, muss ich der australischen Gesellschaft natuerlich noch von Dienst sein, indem ich die Alkoholvorraete aufbrauche und sie vor dieser Schrecklichen Droge zu bewahren! ;-)

Bis demnaechst!

Samstag, 10.06.2006

WM Fieber

Vor einem Jahr hat sich in Australien noch keine Sau fuer Fussball interessiert! Wann ein Aussi bei "Wer wird Millionaer" erklaeren muesste, wie Abseits funktioniert haette er garantiert das Geld verloren!

Der Grund ist ganz einfach: Fussball ist die einzige Sportart, in der die Australier keine Chance gegen die Englaender haben! Trotz der geringen Bevoelkerung ist Australien eine extrem sportliche Nation und in den Commonwelthe Games (eine Art Olympiade, bei der nur Nationen ehemalig unter der Krone mitmachen duerfen) lagen sie im Medallienspiegel meilenweit vorne! Nur ebend nicht in Fussball!

Deshalb sehen alle Aussis nur Cricked und ihre variation des Rugbys, dem Aussi Rules Football oder Footy!

Doch seit Australien erstmals wieder seit 40 Jahren an der Weltmeisterschaft teilnimmt, informieren sich alle Aussis ueber Schwalben und Torhueter und all den Kram, um in den Pubs lauthals mitgroelen zu koennen!

Im Grunde also nur ein weiterer Grund sich zu besaufen, egal ob die "Socceroos" (das Aussi Nationalteam) verlieren oder gewinnen!

Ich konnte mich aber nicht dazu begeistern um 2 Uhr morgens aufzustehen, um die Deutschen gegen Costra Rica gewinnen zu sehen!

Samstag, 03.06.2006

Schon wieder Adelaide

Als ich nach Australien ausgewandert bin, hab ich noch befuerchtet, dass ich von einer giftigen Schlange oder Spinnen gebissen oder vom Hai gefressen werde! Bevor dass allerdings passiert, werde ich mich zu Tode langweilen!

Am 27 geht mein Flug erst wieder zurueck! Reisen geht nicht, war schon ueberall! Arbeiten geht nicht, nicht genug Zeit! Feiern ist auch oede, alle Backpacker sind im Norden, weils zu kalt ist!

Also bleibt nur noch Zeit totschlagen!

Langweile mich uebrigens gerade wieder in Adelaide!

Donnerstag, 01.06.2006

Die haesslichste Stadt Australiens

Lang genug in Alice gelangweilt, mich triebs wieder in den regnerischen Sueden! Kurz zuvor mussten ich aber noch einen Blick auf die beruemte Opalgraeberstadt Coober Pedy werfen!

Coober Pedy kommt aus der Aboriginisprache und bedeutet soviel wie "Erdloch der weissen Menschen"! Seit den vierziger Jahren buddeln hier naemlich hunderte Mensche wie Maulwuerfe in den Boden und schon Kilometer vor der Stadt sieht man die riesigen Maulwurfshuegel aus weissem Staub!

Die Coober Pedy Region ist naemlich die groesste Grabungsstaedte fuer Opale (kleine glizernde sau teure Steinchen) der Welt! Zweiter Grund fuer den lustigen Namen ist, dass 80% der Bevoelkerung unter der Erde lebt!

Grund eins: Cooper Pedy ist im Sommer sau heiss (45 bis 55 Grad) und im Winternaechten sau kalt! In den fensterlosen Bunkern unter der Erde ist es aber immer angenehme 22 Grad!

Grund zwei: Auf dem Stadtgelaende ist das graben nach Opalen untersagt! Wenn man sich aber unter dem Vorwand "seinen Wohnraum zu erweitern" ;-) einen neuen Keller spraengt, stoesst man so einige Male auf Opale im Wert von einigen hunderttausend!

Hier ist es normal, dass ein aelteres Ehepaar 22 Bettraeume beansprucht! Manchmal kommt es allerdings auch vor, dass beim man beim "Wohnraum erweitern" im Kleiderschrank des Nachbarns landet!

Cool ist, dass in Coober Pedy keine grosse Minenkonzerne erlaubt sind! Stattdessen kann jeder ankommen (selbst ich als Auslaender), sich Claims abstecken und losbuddeln! Goldgraebern ist aber wie Gluecksspiel und man kann Jahre lang suchen und moeglicherweise gerademal 10 cm von einer Millionen Dollar Opalader vorbeigebuddelt haben!

Coober Pedy ist auch die Stadt der meisten Bombenanschlaege in Australien! Hier hantiert ja jeder Miner taeglich mit Sprengstoff rum und wenn er mal sauer auf die Polizei ist, dann wird einfach eine Stange Dynamit durch den Luftschacht in die unterirdische Polizeistation fallen gelassen! 4 Mal ist das passiert, soweit ich weiss!

Alles in allem ist Coober Pedy die haesslichste Stadt Australiens mit ihren staubigen Strassen und der Minenfahrzeugschrottplatz ist anscheinend ueberalle! Trotzdem ein ziemlich lustiges Voelkchen!

Alice Springs

Ich weiss nicht, wer die Alice war, die dieser Stadt ihren Namen verleit hat! Koennt ihr ja mal googlen und mir mailen! Trotzdem bin ich dort eine Weile abgehangen! Beeindruckend gruene Stadt, dafuer, dass sie mitten im Outback ist!

Stadt kann man eingentlich nicht sagen! Mit 25.000 Einwohnern ist sie jedoch die groesste Stadt in 1500 km Umkreis (und die einzige mit Vodafone Handyempfang)! Im Folgenden werde ich zu Alice als "Kaff" referieren!

5 Tage hab ich in dem Kaff gefroren, wo eine Aboriginie Art Galerie die naechste saeumt! Ich will nicht diskriminierent sein, aber manche Tourristen sind wirklich ziemlich doof, dass sie tausende Dollar fuer Aboriginiebilder ausgeben, die wie meine Kindergartencollection aussehen! Naja, solange die dummen Touristen anbeissen braucht man ja nicht begabt sein!

Freies Internet hab ich noch genutzt, in der Buecherrei zum Lesen abgehangen und den Rest des Tages mich gelangweilt! Selbst zu faul zum Fertignudeln kochen bin ich schon und esse Schokolade-Mint-Kekse zum Abendbrot!

Was sonst noch?

Mal ueberlegen, was hab ich noch so im roten Herz am? Die Kata Tjuta's sehen genauso aus wie Uluru sind aber viel cooler! Sie sind ein wenig kleiner, dafuer aber viel mehr, roter, hoeher und gruener! Und der Wanderweg ist auch viel cooler!

Kings Canyon! Da meint man, mitten im Outback gibts kein Wasser! Anscheinend aber doch, ohne Fluss haette sonst der Kings Canyon geformt werden koennen! Sechs Kilometer lang sind wir am Abgrund langspaziert und dann in die Oase namens "Eden" runtergekrabbelt!

Hab ich schon erzaehlt dass es scheiss kalt ist hier in Australien! Kaum zu glauben im verregneten Deutschland! Sonnig ist es immer noch, aber mitten im nirgendwo sinkt hier nachts die Temperatur fast bis an den Gefrierpunkt!

Und aus Geldspargruenden wird jetzt seit einer Woche wild in der Wildnis gekampt! 4 Uhr morgens wache ich in der Regel auf, weil es zu kalt zum weiterschlafen ist! Wer Geld sparen will, muss leiden!

Naja, morgens lege ich mich wie ne Eidechse in die Sonne, bis ich meine Beine wieder spuere! Mittags beim wandern in der Sonne taue ich dann langsam wieder vollstaendig auf!

Nach Sonnenuntergang wird sich dann wieder mit allen vorhanden Pulovern im Schlafsack eingekugelt! Und das sind nicht so viele, da ich mir als richtiger ilusionsgeplakter Deutscher als warmes Paradies vorgestellt hatte, wo man noch im Winter mit Badehose rumrennt!

Montag, 29.05.2006

Viel Staub um einen Stein

Am naechsten Tag war es endlich so weit! Ich habe jetzt halb Australien durchquert und den beruemtesten Stein der Welt zu sehen! 2000 km bin ich durch die Wueste gereist, habe im Staub gecampt und Fertignudeln gegessen! Meine Erwartungen waren hoch!

4 Tage nach Beginn unserer Reise taucht der Fels endlich auf, den ich schon hunderte Male auf Buechern, Plakaten und kitschigen Turi-T-shirts gesehen habe! Wie eine rote schrumplige Kartoffel die zur Haelfte in der Erde verbuddelt ist! Wie ein riesiger versteinerter Hundehaufen! Weniger die Schoenheit dieses Felsens, sondern mehr die Euphorie am Ziel aller Tourristentraeume zu sein, macht mir klar, dass es sich gelohnt hat!

500 km entfernt von der naechsten Anhaeufung von Behausungseinrichtungen, die man als Dorf bezeichnen koennte, hatte ich erwartet, in der Menschenleere des australischen Outbacks alleine die Sonne am Uluru untergehen zu sehen! Zonk... falsch gedacht! Scheinbar hatte jeder zweite Tourrist in Australien die gleich Idee!

Als wir kurz vor Sonnenuntergang am Parkplatz ankamen, war dieser fast voll! Mindestens hundert Leute aus der ganzen Welt hatten sich am diesen Abend hier versammelt um ihre Kameras auf eine rote Woelbung zu richten und ein und das selbe Bild zu knipsen! Ich hab mich noch nie so einzigartig gefuehlt!

Bestiegen habe ich den Uluru nicht! Er ist naemlich eine ausserordentliche Kulturstaedte der Aboriginies! An zahlreichen Stellen um den Berg finden sich der Zeichnungen (die teilweise nicht mal fotografiert werden duerfen)! Ich dachte mir, deren Kulturstaedte zu betreten, waere wie im Petersdom auf der Messe rumzutanzen!

Hauptgrund, nicht hochzuklettern war aber, dass der Aufstieg wegen Windes gesperrt war! ;-)

Die obligatorischen Bilder wurden gemacht, ein kleiner Lauf noch und dann gings weiter!

Samstag, 27.05.2006

Die unglaubliche Reise ins Zentrum Australiens

Uluru ist ein roter Stein, irgendwo in der Mitte vom Outback! Komischerweise sind aber alle Aussis stolz darauf und verlangen tausende Dollar fuer Touren fuer fotogeile Tourristen um den Sonnenuntergang an diesem Gesteinsklumpen zu verbringen!

Irgendwas muss also dran sein und deshalb machte ich mich mit Matti und Nina, zwei lustigen Detuschen, auf die 2000 km lange Reise ins rote Zentrum Australiens!

Plan war es soviel Geld wie moeglich zu sparen und wild am Highway zu campen! Problem: dadurch haben wir eine Woche lang keine Dusche!

Um nicht anfangen zu stinken, begaben wir uns deshalb erstmal in den Litchfield NP, suedlich von Darwin, um ein Bad im Wasserfall zu nehmen! Wenig spaeter stiessen wir dann auf einen Babyaligator am Ufer und fragten uns, ob seine Eltern wohl auch noch in der Naehe seien!

Zweites Bad gabs in thermalen Quellen in Matarunkadidumbadu oder so aehnlich! Eine richtig schicke Oase mit Palmen und Schildkroeten, die mit uns in den klaren Wasserloechern rumschwommen!

Drittes Bad gabs in den MacDonald Ranges in der naehe von Alice Springs! Dieser Gebirgszug wurde an einigen Stellen von Fluessen eingeschnitten! Auch in der Trockenzeit bleiben hier Wasserloecher zurueck! Mein letztes Bad war schon zwei Tage her, also sprang ich sofort rein! Und genauso schnell war ich auch wieder draussen, denn das Wasser war eiskalt!

In den Klippen der MacDonald Ranges hatte ich auch erstmals das Vergnuegen, ein Rockwallabie (ein Miniaturkaengeru das extrem schnell extrem steile Klippen hochhoppelt) zu sehen! Matti hatte die Blase gedrueckt, weshalb er sich von uns absonderte und wenig spaeter aufgeregt zu rufen beginnt!

Meine ersten Befuerchtungen eines Schlangenbisses haben sich gluecklicherweise nicht erfuellt (wer haette sonst das Auto fahren sollen? ;-) ) sondern er wollte uns nur den kleinen Hoppler zeigen, der genuesslich an einem trockenen Grashalm knabberte! Wollte ihn als Haustier mit nach Hause nehem, als ich mich aber naeherte, war er blitzschnell 10 Meter ueber uns in der Felswand! Beeindruckend!

Darwin

Einen Tag spaeter kam ich dann im Darwin an, der Hauptstadt des Northern Territory und mit 76.000 Einwohnern (so gross wie Ruesselheim) die groesste australische Stadt in bestimmt 2500 km Umkreis!

Und was hab ich hier so schoenes gesehen? Hmm....

Die Buecherrei! Und in der Bibliothek war ich dann auch noch! Besonders die national libary of NT fand ich ziemlich beeindruckend!

Kurz gesagt: Ich hab den ganzen Tag, die ganze Woche im kostenlosen Internet der Buecherrei verbracht, um mich fuer einen Studienplatz in Medizin zu bewerben! Die Buecherrei befindet sich im Parlamentsgebauede, direkt neben den Zyklon-Zufluchts-Bunkern und ihre Buchkollektion ist total chaotisch! Hauptsache Internet und danach noch ein paar Deutsche Wochenzeitungen!

Schliesslich hab ich dann auch meine Bewerbung abgeschickt! Nach Heidelberg, Tuebingen oder Jena solls gehen!

Irgendwie freue ich mich schon voll aufs Studium! Bin jetzt schon solange rumgereist, hatte schon solange einen ungeregelten Tagesablauf, dass mir davon langweilig wird! Jetzt habe ich das erste mal seit 10 Monaten Heimweh!

Nationalpark Hopping

Im Northern Territory gings dann von einem Nationalpark in den naechsten! Als erstes war Katherine Gorge an der Reihe, ein NP mit schoenen klippenumzingelten Fluessen und wasserfallflankierte Wasserloecher! In ein Wasserloch bin ich zur Abkuehlung dann auch reingehoppst, natuerlich wieder ohne die Schilder zu lesen!

Wie sich spaeter herausstellte, leben in dem See und den umgebenden Fluessen ein Dutzend Sueswasserkrokos! Diese sind jedoch nicht agressiv, Menschen stehen nicht auf deren Speiseplan! Falls ich den jedoch ausversehen unter Wasser auf den Schwanz getreten waere, haetten die mir schon ganz schoen ins Bein gebissen!

Naechster NP war Kakadu, einer der einzigartigsten in Australien! Er steht naemlich nicht nur wegen seiner beeindruckenden Flora und Fauna auf dem Unesco Weltnaturerbe, sondern ist auch wegen seinen best erhaltenen Aboriginie Malerein als Weltkulturerbe eingetragen!

Doof nur: die Regenzeit dieses Jahr war total heftig und so ziemlich jede Strasse, die an ein schoenes Plaetzchen im Kakadu fuehrt, war ueberflutet, zerstoert oder einfach nur aus Lust und Laune vom Parkranger gesperrt! Das einzige, wo wir hinkonnten war ein Fluss, wo man vor lauter Krokos nicht schwimmen durfte (aber nichtmal gesehen habe ich einen, der hat warscheinlich unter der braunen Wasseroberflaeche auf mich gelauert) und ein paar Lookouts, wo man vor lauter Baeumen jedoch ueberhaupt keinen Wald sehen konnte!

An den spirituellen Staetten der Aboriginies war ich dann doch noch und konnte mir ihre Dreamezeit (Entstehungsgeschichte) Comics ansehen! Als ein wenig fortgeschrittene Hoehlenmalerei koennte man es berschreiben! Nicht gerade aufregent, falls man die Geschicht dazu nicht kennt!

Z.B. von der Regenbogenschlange, die am Wolfes Creek aus ihrem Bau gekrochen ist und damit den Meteoritenkrater erschaffen hat und, indem sie sich durch das Land geschlaengelt hat, die Flussbetten ausgehoben hat! Dann hat ein Donnerfrosch einen Blitz auf eine himmlische Wasserwiederaufbereitungsanlage geworfen, die Wassertanks sind geplatzt, es hat jahrelang geregnet und alle Fluesse wurden gefuellt!

Cool war jedoch, dass ich die Bilder vorher schon im GEO Australien gesehen und dann wieder vergessen habe! Sie dann ploetzlich in echt zu sehen ist schon irgendwie komisch!

Donnerstag, 25.05.2006

Der Aborigini Staat

Am naechsten Tag ueberschritten wir dann die Grenze zum Northern Territory! Damit habe ich jetzt 7 von 8 Staaten Australiens besucht (eine viel bessere Quote als in Deutschland, wo ich vielleicht 10 von 16 Staaten besucht habe)! Geschmuggelt haben wir einiges ueber die Grenze! In Australien ist es verboten, Fruechte oder Milchprodukte oder Nuesse ueber die Grenzen zu fuehren! Quarantainegruende! Man will kein Krankheiten von einem Staat in den anderen fuehren! Trotzdem waren wir nicht bereit, unsere gerade erst gekauften Aepfel wegzuwerfen! Erwischt wurden wir nicht! :-)

Das Northern Territory hat so um die 200.000 Einwohner! Das heisst, es ist etwa 3 mal so gross wie Deutschland, hat aber nicht mal die Einwohnerzahl von Mainz! 30% davon sind Aboriginies! 50% des Northern Territories steht unter Aboriginie Verwaltung und entzieht sich damit der Gewalt der Regierung! Die Aboriginies leben zum Teil in ihren alten Communities in ihren Territorien, viele zieht es aber auch in die Stadt und sie haben normale Jobs! Ein kleiner Teil jedoch lebt von Hilfsgeldern des Staates und geben einen grossen Teil davon fuer Alkohol aus! Wenn das Geld alle ist betteln sie auf der Strasse! Die meisten jedoch haben sich ziemlich gut an das Leben in der Stadt angepasst und arbeiten als Kuenstler, Bauarbeiter, Nationalparkranger oder Supermarktbesitzer!

Politisch ist das Northern Territory ziemlich komisch! Durch Volksabstimmung haben sie es abgelehnt ein vollwertiger Staat zu sein, um der eingen Landesregierung mehr Verantwortung zukommen zu lassen! Trotzdem muessen die Territorianer Abgeordnete fuer das Canberra (Aussi Hauptstadt) Kabinet waehlen! Diese haben jedoch keine Stimme, sondern sitzen nur den ganzen Tag rum! Auch bei Volksabstimmung muessen sie mitmachen, ihre Stimmen werden jedoch nicht gezaehlt! Total komisch!

Das coole am NT ist, dass es hier soviel kostenlos gibt! Die Nationalparks sind kostenlos, viele Bushcampingplaetze sind kostenlos, die Kunstgallerien sind kostenlos, viele Museen sind kostenlos und das Internet in der Buecherei ist - ihr habts erraten - kostenlos! Jetzt werde ich erstmal gratis an einem Fussballturnier im Park teilnehmnen und danach mein Freiessen im Pub geniessen! Das Leben ist schoen! :-)

Wolfes Creek

Hat jemand den Film gesehen? Wolfes Creek? War einer der gelungensten Australischen Filme des letzten Jahres! Dabei geht es um eine wahre Begebenheit: Drei Backpacker verschwinden im Outback nach einer Tour nach Wolfes Creek! Wahrscheinlich wurden sie umgebracht! So wars jedenfalls im Film! Der Belgier hat den Film gesehen und mir auch gleich gezeitgt, wo der Moerder im Film gelebt hat, in einer zerfallen Huette unweit der Schotterpiste!

Wolfes Creek ist ein Fluss! Zumindest einmal in 10 Jahren! Den Rest der Zeit ist er trocken gelegt! Ein paar tausend Jahre zuvor ist hier ein riesiger Meteorid eingeschlagen und hat einen 800 Meter weiten und 120 Meter tiefen Meteoritenkrater hinterlassen! Heutzutage ist es der zweitgroesste der Welt! Nur noch einmal ein Beweis, wie abgeschieden das Outback ist: obwohl der Krater so gigantisch ist, wurde er erst 1988 entdeckt! Echt krass!

Der Krater liegt 150 km von der naechsten befestigten Strasse, dementsprechend abenteuerlich war die Reise! Vorbei an ausgebrannten Autos und totgefahrenen Kangurus! Durch Schlagloecher und im Staube entgegenkommender Fahrzeuge! Gegen Sonnenuntergang kommen wir dann an einem verlassenen Campingplatz an (der sich im Grunde nur durch das Plumsklo auszeichnet)! Im Abendrot konstruierten wir das Zelt, an einem Ort, an dem immer noch die unbefriedigten Sellen der ermordeten Backpacker nach Rache trachten! ;-)

Wenig spaeter taucht noch ein Australier mit seinem Caravan auf! Viele australischen Pensionaere verkaufen ihr Haus und legen sich einen 4WD und einen Caravan zu und touren dann durchs Outback bis sie reif sind fuers Pflegeheim! Sofort kamen Spekulationen auf, dass es der Moerder waere und dass im Jahre 2006 wieder drei ahnungslose Backpacker im Outback verschwinden wuerden! Wuerde jemand merken, falls ich nicht zurueckkommen sollte? Bis auf die Archaeologen, die in 5000 Jahren meine zerfallenen Knochen aus der Erde aufsammeln!

Bis auf einen total ekliges Abendessen und einen wunderschoenen Sonnenaufgang verlief die Nacht jedoch ereignislos! Am naechsten Tag erzaehlt uns der Australier, dass in dieser Gegend mal ein Deutscher Ammok gelaufen sei! Er hat sich eine Flinte geschnappt und im Outback Farmer abgeknallt! So abgeschieden ist der Platz, dass es eine ganze Weile gedauert hat den Kerl zu fangen und aufzuknuepfen!

Noch mal kurz durch den Meteoritenkrtater gewandert und rausgefunden, dass Flip Flops definitif nicht fuers Klettern konstruiert sind, und dann gings zurueck auf den Highway!

Kimberleys

Die Kimberleys ist eine der abgeschiedensten Regionen Australien! Der Highway durch diese gigantische Huegel- und Flusslandschaft ist auf einem meiner Bilder zusehen, der Fluss fliesst mitten ueber die Fahrbahn! Handelt sich dabei um die einzige geteerte Strasse zwischen Broome und Darwin (es sei denn, man will 4000 km Umweg ueber Perth, Adelaide und Alice Springs machen)!

Kurz zuvor habe ich mich einem Belgier, der nicht viel redet, und einer anderen Deutschen im Auto des Belgiers auf den Weg gemacht! Ich hatte nicht viel Wahl! Hab den Kerl einfach angerufen und gesagt, dass ich eine Mitfahrgelegenheit gesucht habe, wir haben uns getroffen! "Willst du nach Darwin fahren?", hat er gefragt! Das hab ich bejat, worauf er: "OK, ich hohl dich morgen frueh ab!" Und dann ist er weggerannt! Keine Zeit ihn besser kennenzuleren, haette ja am Ende ein gesuchter Massenmoerder sein koennen! Ausserdem konnte ich nicht checken, ob das Auto ueberhaupt zuverlaessig genug fuer diese Abgelegenen Outbackwege war und wir nicht nach 10 Metern liegenbleiben (wie schon so viele vor uns, wie ein anderes Bild zeigt)!

Als ersts gings zum Geiki Gorge National Park! Der Fluss ist in der Regenzeit riesig und hat sich ueber die Jahrtausende in die angrenzenden Sandsteinfelsen gegraben! Als ich jedoch in der Trockenzeit ankam, war der Fluss auf 20 Meter breite geschrumpft und hinterliess ein beeindruckend karge Wuestelandschaft, wo vor 1 Monat noch das Flussbett war! Ein paar schoene Fotomotive aber sonst nicht so beeidruckend! Schwimmen konnte man auch nicht wegen der Stroemung!

Auf dem Rueckweg sind wir dann durch hohes Gras gestapft! Das war definitiv ein Fehler! Ich weiss nicht wie die Pflanze hiess, ihre Samen waren auf jedenfall extrem anhaenglich! Meine ganzen Beine waren voll von den piksenden Kletten, besonders mein Schuhe, und ich musste Todesqualen erleiden auf dem Weg zurueck zum Auto! Am Ende nach einer halben Stunde Pinzetteneinsatz habe ich dann alle Samen entfernen koennen und konnte mich gluecklich schaetzen, dass ich bei der Verbreitung dieser lieblichen Pflanze mitgeholfen habe!

Schwimmen mit Wuerfelquallen

Zurueck in den Tropen! Broome ist ein kleines Staedchen in der Mitte von Palmen! Bis auf den Strand und eine Krokofarm fuer Handtaschen- und Restaurantzwecke gibt's dort nicht viel! Auf der Krokodilsfarm war ich nicht, was ich bereut habe! Die wurden naemlich jeden Tag gefuettert und dafuer springen die aus dem Wasser wie dressierte Delfine um die Fleischbissen zu schnappen!

Am Strand war ich dafuer! Und der war ja dermassen riesig! Von den Duenen bis zum Wasser waren es mindestens 200 Meter und der Sand hat sich bis zum Horizont erstreckt! Das Wasser war schon erfrischend und zu dieser Jahreszeit verseucht mit Box Jelly Fish (Wuerfelqualle), meinen alten Freunden aus Cairns! Diese unscheinbaren Wackelpuddinge mit Plastiktuetenesthetik seien die ursache unmenschlicher Schmerzen im Falle eines Kontakts und koennen ohne schnelle Behandlung zum Tode fuehren!

Das die da auch rumschwimmen hab ich aber erst festgestellt, nachdem ich eine Abkuehlung genommen habe! Das Schild verriet mir ausserdem, dass der letzte Vorfall gerademal 4 Tage her war! Wie ihr euch erraten koennt, war mir danach die Lust am Schwimmen vergangen!

Samstag, 13.05.2006

Happy Birthday

Herzlichen Glueckwunsch ann alle, deren Geburtstage ich vergessen habe und die deshalb beleidigt sind!

Z.B. mein Bruder, mein Onkel, meine Mitreisende Lisa, die irgendwo auf einer Farm in NSW rumhaengt!

Ich kann mir Daten ueberhaupt nich merken! Ausserden weiss ich meistens nicht, welches Datum wir ueberhaupt haben (einmal, als ich einen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, musste ich doch tatsaechlich fragen, welcher Monat gerade ist ;-D )!

Aber manche sind ja auch darueber gluecklich, dass man sie nicht dauernd daran erinnernt, dass sie schon wieder ein Jahr aelter geworden sind!

Freitag, 12.05.2006

Karijini

Next stop Karijini! Dieser Nationalpark ist bestimmt einer der abgeschiedensten in Australien! Verwaltet von Aboriginies! Trotzdem zieht der wie ein Schwarzes Loch alle Tourristen aus 1000 km Umgebung an! Jeder hat bestimmt schon mal den Grand Canyon in Amerika gesehen, zumindest auf dem Foto! Genauso sah es dort auch aus, nur viel schoener und gruener!

Ueber tausende von Jahren haben sich deverse Fluesse in den roten Sandstein gefressen und einen Canyon mit rauen 30 Meter hohen Waenden geschaffen, am Boden schlaengelt sich ein kleiner Strom durch ein Meer von Bauemen! Das coolste aber: Die Billabongs (Wasserloecher) waren nicht krokodilverseucht und erfrischend kuehl!

100 Meter durch die Klippen klettern und dann eine Abkuehlung nehmen! 100 Meter wandern und wieder ins kuehle Nass hopsen! Das ist das Australien, wie ich es mir in meinem kleinen Kopf in meinem kleinen Zimmer in Deutschland ausgemalt habe!

Mantas

Exmouth ist eine ziemlich haessliche Stadt! In einer subtropischen Steppe aus Staub und vergilbtem Wuestengras gelegen geben die schattenlosen Strassen nicht viel her! Trotzdem werden jaehrlich tausende Tourristen angezogen!

Die Schoenheit der Stadt befindet sich unter der Wasseroberflaeche! Das Nigalooreef, deutlich kleiner aber mindestens genauso Artenreich, zieht Taucher aus aller Welt an! Hauptattraktion sind die Walhaie, die groessten Fische der Welt, die hier regelmaessig jedes Jahr antanzen!

Ihr magt euch fragen, warum Leute hunderte Dollar ausgeben, um ungeschuetzt mit einem riesigen Haifisch zu schwimmen! Aber keine Angst, Walhaie sind Planktonfresser! Das heisst, sie haben keine Zaene, mit denen sie die nervigen Tourristen beissen koennen, sondern Barten, mit denen sie kleinste Organismen aus dem Wasser filtern!

200 Euro fuer einen Halbtagestripp Schnorcheln war mir dann doch zuviel und ich habe mich fuer einen Tauchgang entschieden! Weitweg von den "Monstern der Tiefe" erkundete ich zwei kleine Riffe mit haufenweise bunten Fischen!

Highlights waren eine Seeschlange (angeblich die giftigste Schlange der Welt, genauso wie die Taipai und die Brownsnake und soziemlich jede Schlange Australiens ;-) ), eine Krake (ziemlich faszinieren, wie sich ihrer Umgebung angepasst hat. Krabbelt mit ihren 8 Beinen ueber den Meeresboden und wird ploetzlich beige statt grau. Haette sie sich nicht bewegt, haette ich sie bestimmt nicht gesehen) und das beste zum Schluss: ein Babymanta!

In Deutsch heisst der Manta ray glaube ich Koenigsrochen! Baby hoert sich klein und suess an, das Ding (gefortmt wie ein Stealthbomber der Amiluftwaffe) hatte aber eine Spannweite von 2 Metern und schwamm elegant um mich herum. Als ob es mich neugierig beobachten wuerde! Wer ist hier der Tourrist?

Doof, dass meine Kamera ueber Wasser geblieben ist! Aber in meinem Kopf ist das Erlebnis fest gespeichert! Zumindest fuer die naechsten paar Tage! Wer weiss wann mir mal wieder einfallen sollte, meine Gehirnzellen wegzusaufen! ;-)

Montag, 24.04.2006

Unheimliche Begegnung der dritten Art

Zwei Zentimeter auf der Karte und 400 Kilometer in Echt weiter im Norden fanden wir uns in Monkey Mia wieder! Dort gibts keine Affen (wie der Name sagt), aber Delphine! Apropos Affen, Anfang des letzten Jahrhunderts hatten ein verrueckter Premierminister in Victoria die hirnrissige Idee, die Waelder Australiens mit Schimpansen, Orang Utan und co. zu bevoelkern! Ausserdem noch Elephanten und Giraffen im Outback! Zum Glueck wurde der Kerl abgewaehlt!

Zurueck zu den Delphinen! Die kommen naemlich in Monkey Mia jeden morgen zum Strand, um sich von den Rangern fuettern zu lassen! Demzufolge kommen noch viel mehr Menschen an den Strand! Da fragt sich, wer wen beobachtet! Die Delphine wurden auch extralang mit der Fuetterung hingehalten, damit auch jeder sein Foto bekommt!

Viel toller war es dann, als ich wenig spaeter alleine am Strand langspazierte und neben mir ein Delphin auftaucht ein zu mir rueber quieckt! Fuettern konnte ich das hunrige Tier jedoch nicht! Weniger weil ich keinen Fisch bei mir trug, sondern vielmehr, weil ich mir die 4000 Dollar Strafe nicht leisten konnte! Am Ende sind die Viecher naemlich immer noch wilde Tiere und muessen ihr eigenes Futter fangen!

Abtruenniger

Die einzige Strasse, die Perth im Norden verlaesst, fuert geradewegs in die Wuesste, dessen Namen ich vergessen habe! Jedenfalls gab es dort jedemenge Steine, die wie hunderte Termitenhuegel 3-4 Meter in den Himmel ragten! Doch nach stundenlangen umherirren, konnten wir der trockenen Einoede jedoch entkommen und setzten unsere Reise fort!

Hinter den Sandigen weiten fanden wir dann "Australiens zweit groesstes Land"! 35 Jahre zuvor hat ein Farmer namens Leonard dort ein kleines Stueck Land verkauft, wobei die Regierung einen kleinen Fehler gemacht hat und das Grundstueck lediglich unter Aufsicht des Commonwelth gestellt! Bedeutet soviel: Die Farm ist jetzt ein eigenes Land und der Besitzer sein Prinz!

Offiziell ist sie bekannt als Hutt River Provinz und hat seine eigene Waehrung und eigene Briefmarken, was ich jedoch ziemlich sinnlos finde, weil sie gerade mal ein Souvenirshop haben und nur den Prinz und seine Prinzessin, die permanent dort wohnen und Briefe schreiben! Prinz Leonard ist halt ein wenig eigensinnig!

Cool an der Sache ist aber, dass man fuer ein wenig Geld Hutt River Staatsbuerger werden kann und so permanent in Australien bleiben kann! Ausserdem muss man keine Steuern zahlen, wenn man in der Provinz arbeitet!

Der Koenig ist gleichzeitig der gesammte Regierungsstaab (die Verfassung wurde einstimmig angenommen ;-), die Legislative, der Tourguide und der Souvenierladenangestellte! Ausserdem ist es angeblich das einzige Land in der Weltgeschichte, dass ohne blutvergiessen gegruendet wurde!

Na dann viel Spass oh Prinz der staubigen Schaaffarm!

Mein Leben auf der Strasse

Seit ein paar Wochen lebe ich jetzt auf der Strasse, schlafe dort, ernaehre mich nur von Spagetti, Brot und Wasser! Genauergesagt schlafe ich mehr auf einem Parkplatz in Scarbrough, einem Strandvorort von Perth! Die Franzosen kuscheln sich in den hinteren Teil ihres Kampervans, waehrend ich auf dem Vordersitz schlafe!

Sehr unkonfortabel! Hauptsache 20 Dollar fure ein Hostel gespart! Aber ueberlegt nur mal, was man mit dem ganzen Geld anfangen kann! Z.B. viel Bier kaufen! Aber die Geschichte ueberspringe ich lieber mal!

Perth ist schon ganz schick! Freifarten mit dem Zug (zumindest, wenn man nicht bezahlt), hohe Haeuser, breite Strassen, viele Menschen und in der Mitte der Swanriver mit seinen ganzen Segelbooten und Windsurfern!

Als erstes zog es uns zur Artgalerie! Hauptgrund: Freier Eintritt! Nebengrund: Kulturelle Betaetigung! Und was hab ich daraus gelernt? Vorallem, dass man nicht begabt sein muss, um einen Platz in einer kostenlosen Artgalerie zu bekommen! Ein Kerl war sogar so dreist, eine 2x2 Meter grosse, komplett schwarze Leinwand als Kunst zu betrachten! Der spinnt doch wohl!

Noch ein paar pseudo Aboriginie Art Bilder von 100% weissen Australiern gemalt und noch ein paar Kollagen und dann hatten wir genug von den verrueckten Kuenstlern!

Mehr beeindruckt war ich von der kostenlosen Artgallerie in Bunburry, wo ein Kuenstler verschiedenfarbene Metallplatten aneinandergeschweisst und einen CD-Roling in die Mitte geklebt hat! Wenigstens mal ein wenig Abwechslung!

Nachdem wir in der Fussgaengerzone gesehen haben, wie ein Pirat ein brennendes Schwert auf dem 3 Meter hohen Mast seines Schiffes verschluckt hat, gingen wir dann ein paar Wildvoegel im Kingpark jagen und begaben uns anschliessend auf den Heimweg "under the bridge downtown" Scarbrough!

Sonntag, 23.04.2006

Kanouing

Als ich dann 1,5 Wochen in Magret River gearbeitet und bestimmt 10 Dollar gespart habe ;-) war es wieder Zeit weiterzureisen! So ergab es sich, dass ich im Supermarkt gleich neben den Kartoffelchips zwei Franzosen traf (Tom und Ludo, beide Metzfans, weil sie da her kommen), die mit ihrem Van in die gleiche Richtung fuhren! Auf nach Perth!

Bevor wir wieder in die Grossstadt eintauchten ging es auf einen kurzen Umweg zum Murray River (dem groessten Fluss in WA) zum Kanu fahren! Das kalte Wasser unter (und in) unserem Kanu, der blaue Himmel ueber uns und Spagetti in uns paddelten (anfangs im zickzack, dann im Kreis) wir zwischen den Baeumen hindurch und strandeten dabei nicht nur einmal!

Nach einer Stunde fanden wir, es war Zeit eine Runde schwimmen zu gehen und kippten das Kanu um! Die Franzosen fanden das nicht so lustig!

Auch das hab ich ueberlebt und noch am selben Abend gings auf nach Perth, die idyllische Stadt am Swan River!

Robert in Seenot

Die zweite Sache, fuer die Magret River beruehmt ist, sind die Wellen! Und da man Weintrauben nur bis Mittags pfluecken darf und sonst nix los ist, gings eben raus zum Strand!

Beim ersten mal ging noch alles gut, hab ein paar mal auf den Brett gestanden und es hat mich zum Strand getragen! 5 Minuten aufs Wasser rauspaddeln, 5 Minuten auf eine Welle warten und dann 15 Sekunden auf dem Surfboard stehen! Das macht riesig Spass! Ernsthaft!

Ein paar Tage spaeter an einem anderen Strand! Uebermuettig von meinen vorhergegangenen Surfkuensten stuerzte ich mich wieder ins kalte Wasser des Indischen Ozeans...

... nur um rauszufinden, dass die Wellen diesmal zu hoch fuer mich waren! Die erste spuelte mein Bord an den Strand und wirbelte mich ein paarmal herum! Eine Ewigkeit spaeter mit einem Liter Meerwasser in meinem Bauch und ohne Orientierung tauchte ich wieder auf! (keine Angst, die Tatsache, dass ich diese Worte schreibe, bedeutet, dass ich es ueberlebt habe) ;-)

Unter ein paar weiteren Riesenwellen durchgetraucht machte ich mich auf den Rueckweg zum Strand! Nach ein paar Minuten schwimmen fand ich jedoch komisch, dass ich total ausgepowert, dem Strand aber keine Stueck naeher gekommen bin! Langsam daemerte es mir: ich war in einem "rip" gefangen!

Wasser wird in eine Bucht gespuehlt und an einer ganz bestimmten Stelle vom Stand fliessen die ganzen Wassermassen wieder raus aus der Bucht! Und mit ihnen die ganzen ahnungslosen Schwimmer! Das nennt man rip (im Englischen zumindest)!

Doch Simon von England kam zur Rettung mit seinem Surfbord gepaddelt und zusammen gelangten wir nach anstrengenden 15 Minuten zurueck zum Strand!

Nur damit ihr euch die Staerke eines Rips vorstellen koennt: ein paar Minuten Spaeter stand ein anderer Geselle gerade mal knietief im Wasser und das rip hat ihm einfach die Beine weggeschlagen und hinausgezogen! Auch er konnte gerettet werden!

Ein ereignisreicher Tag am Strand!

Margret River

Sicher wieder am Boden angekommen ging es weiter nach Margret River, einer beliebten Weinregion im Sueden Westaustraliens. Tourristen kommen hierher um Wein zu trinken! Backpacker um das Zeug zu pfluecken (und nach all den Geschichten, die ich gehoert habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das Zeug ueberhaupt trinken wurde).

Weinpfluecken, bedeutet morgens um 5:00 Uhr (wenn ihr gerade ins Bett geht) aufstehen und erstmal warten, bis man wieder aus dem Eiszapfen geschmolzen ist! Wird jetzt naemlich langsam Winter und auf dem Campingplatz froestelt es in der Nacht! Keine Zeit fuer Fruehstueck, wir sind schon spaet!

Wenig spaehter steht man auf dem Feld, kann sich vor Kaelte kaum bewegen, wird aber von den Aufsehen weiter angefeuert, die Weintrauben zu pfluecken. Dass ich da manchmal nicht nur die Staengel mit meiner Scheere durchtrennt habe, sondern auch meine Finger, ist nicht unuenblich!

Ach ja, Rotrueckenspinnen habe ich auch gesehen! Angeblich die zweitgiftigste Spinne Australiens und das will was heissen! Ein Biss kann einen Elefanten ins Koma wiegen! Dabei ist die nicht mal so gross wie ein Fingernagel!

Bezahlt wurde man nach Koerben, die man gepflueckt hat! An meinem ersten Tag habe ich in 3 Stunden gerademal 7 Koerbe gepflueckt und 22 Dollar verdient! Bekommen habe ich aber nicht soviel! 13 Dollar musste ich fuer meine Scheere bezahlen und 6 Dollar wurden mir an Taxes abgezogen!

Am Ende wurden mir 6.5 Dollar aufs Konto ueberwiesen, 4 Euro fuer meinen ersten Tag Weintraubenpfluecken! Was soll ich mit dem vielen Geld bloss anfangen?

Valley of giants

Gerade eben habe ich einen Franzosen wiedergetroffen, den ich zuerst auf einem Baum gesehen habe! Ja richtig gelesen! Wir sind beide auf den gleichen Baum geklettert und haben uns dort kennen gelernt! Das ist affig werdet ihr euch denken!

Zu erklaerung: der Baum hiess "bicenntial tree", war 60 Meter hoch und die Haupttourristenattraktion des kleinen Doerfchen Pemperton mitten in einem riesigen Wald, der aussieht wie der Wald der Elben in Tolkiens Herrn der Ringe! Und die Menschen leben in Baumhuetten!

Ne, nicht wirklich, aber die groessten "Red tingle"-Eukalyptusbaeume der Gegend wurden vor 50 Jahren als Feueraussichtsplatformen missbraucht! An ein paar ueberdimensionalen Naegeln, die sich an der Seite des Baumes entlangschlaengen konnte man bis in die Krone klettern und darueber hinaus auf eine Aussichtsplatform!

Bloss nicht nach unten sehen! Die Luecken zwischen den Stufen konnten mich bequem verschlucken und zwischen mir und dem Boden 50 Meter tiefer befand sich nur die warme Luft. War schon recht gruselig! Um so gluecklicher bin ich zu erfahren, dass der Franzose den Trip auch ueberlebt hat! Und fuer den Ausblick ueber das "Tal der Giganten" (gigantischen Baeume natuerlich) hat sich der Nervenkitzel allemal gelohnt.

Samstag, 15.04.2006

Welcome to Paradise

Aus dem staubigen Inland ging es an die gruene Sandkueste um Cape LeGrand. Weisse Straende, blauer Himmel, klares Wasser, Klippen und gruene Huegel. Hat keinen Sinn die Schoenheit zu beschreiben, ich mache euch einfach demnaechst mit ein paar Fotos neidisch! ;-)

Goldrausch

Der so ziemlich einzige Grund, warum Menschen in einem so abgelegenen Teil der Erde wohnen, sind die Bodenschaetze. 1890 wurde West Australien (WA) von einem Goldrausch gepackt. 1000de Menschen buddelten und siebten Tag und Nacht und einige wurden sogar fuendig. Ein Kerl lief nur durchs Outback und stiess auf einen 50 Pfund Klumpen mitten im Staub. Geschichten wie diese locken natuerlich noch mehr an. Staedte schwollen ueber Nacht auf das 10fache an.

Kalgorlie-Boulder ist eine dieser Staedte. Das einzige was heute vom Goldrausch uebrig ist, ist ein riesiges Loch in der Erde, dass langsam von wohnblockgrossen Baggern ausgeschaufelt wird. Zu sehen gabs ein paar huebsche Haeuser und ein paar alte Fotos im Museum.

Sehr gespannt waren wir jedoch auf ein Ghosttown (Geisterstadt) etwas im Norden. Unsere Phantasie angeregt von alten Westenrmovies, stellten wir uns vor, wie wir zwischen alten Holzsaloons umherstreiften, wo frueher Outlaws ihre Revolverduelle abgehalten haben, und waerend wir an der zerfallenen Sheriffstation vorbeikommen ein Heuballen ueber die Strasse geweht wird.

Nix wars. Falls auf dieser leeren Flaeche, die wir antrafen mal Hauser gestanden haben, dann sind sie lanegst zerfallen, vermodert und von Gras ueberwachsen. Als erstes glaubten wir wir seien falsch. Das einzige was daran erinnerte, dass dort einmal jemand gelebt hatte, war ein verblasster Grabstein auf dem Friedhof.

Und dafuer haben wir 100km Umweg gemacht.

Es war einmal in einer anderen Welt

1500km geradeaus fahren. Alle 50 km mal eine leichte Kurve. Alle 15 Minuten ein entgegenkommender Roadtrain (bis zu 55 Meter langer LKW), mehr totgefahrene Kangurus als Baeume und ab und zu ein Aborigini am Strassenrand auf "walkabout".

Endlos rote Steppe. Wenn der Asphalt nicht waere kaeme man sich vor wie auf Erkundungsfahrt im Marsmobil. Wenn die NASA anfaengt fuer die Marsmission zu rekrutieren, faende sie keinen geeigneteren als die einsamen Waechter der Roadhouses.

Stellt euch einfach mal vor, ihr muesstet ganz Deutschland durchqueren und ihr koenntet dabei die Menschen, die ihr trefft, an beiden Haenden abzaehlen. Das ist Western Australia. Ein drittel der Flaeche Australiens aber gerademal 10% der Bevoelkerung. Die Bevoelkerungsdichte betraegt etwa 2 Personen pro Quadratkilometer (in Hong Kong wohnen fast soviele auf einem Quadratmeter).

Die ersten weissen Westaustralier waren zwei Hollander. Nachdem ihr Schiff gesunken war, sie auf einer Insel Schutz fanden und ihr Kaptain im Ruderboot nach Hilfe gepaddelt war, meuterten sie und bildeten eine Minidiktatur. Sie fanden einige Anhaenger und meuchelten den Rest der Crew nieder oder benutzten sie als Sklaven. Es entstanden zwei Fronten die das "Auf-einer-einsamen-Insel-gestrandet"-Leben nicht einfacher machten.

Als der Kaptain mit Hilfe zurueckkehrte haette er sich fast der falschen Partei angeschlossen, doch schliesslich wurden die Uebeltaeter gefasst und prozesslos gehaengt. Den beiden Urstiftern bekam die besonderen Ehre, auf dem Festland ausgesetzt zu werden. Das war Mitte des 16. Jahrhunderts. Lange bevor Captain Cook die Ostkueste erkundete und die Botany Bay (bei Sydney) besiedelt wurde.

Mittwoch, 12.04.2006

Keine Baeume weit und breit

Zusammen mit Ronny, einem kleine Hollaender, gings wenig spaeter auf nach Richtung Westen! Auf der Karte ist das gerademal eine Fingerbreite, in Wirklichkeit 2700 Kilometer! Von Adelaide bis Perth ist etwa die Strecke von London bis Moskau! Der unterschied ist nur, dass wir dabei eine der wenigst besiedelten Regionen der Welt durchqueren mussten, die Nullabor.

Erstmal jedoch ging es haufenweise Steine, Sand und Wasser fotografieren auf der Eyer Peninsula! Erst nahmen wir den Stuart Highway, benannt nach einem der viele Entdecker, die so daemlich waren, Australien vor 150 Jahren auf Pferden zu durchqueren und dabei umgekommen sind!

Nullabor, kommt nicht, wie sogar viele Australier denken, aus der Sprache der Aboriginies, sondern ist lateinisch und bedeutet "keine Baeume"! Und dass stimmt auch! Auf einer flaeche, die um einiges groesser ist als Deutschland findet man keinen einzigen Baum! Nur hafuenweise undurchdringliche Straeuecher und eine schnurgerade Strasse, die durch die Mitte laueft!

In der Nullabor hat man vielleicht alle 100-150 kilometer eine Siedlung, und wenn ich Siedlung sage, meine ich eine Tankstelle und ein kleinen Campingground und vielleicht 4-5 Angestellte, die dort leben! Und zwischendrinnen gibt es wiegesagt nix! Nur Straeucher, Kangurus und Kamele, die von ein paar verrueckten Arabern eingeschleppt wurden und sich seitdem rasend vermehren!

Gecampt wurde auf einem Parkplatz in der Mitte vom Nirgendwo und nach 2 Tagen erreichten wir dann eindlich wieder ein Dorf mit mehr als 10 Einwohnern! Yuhu, we crossed the Nullabor! Weiss nicht warum, aber die Australier sind stolz auf die menschenlose leere und jeder der sie ueberlebt bekommt ein Zertifikat: "I crossed the Nullabor"!

Parks, Pferde und Pubs

Adelaide ist, dafuer dass sie von Deutschen gegruendet wurde, eine recht schoene Stadt! Das Stadtzentrum ist von sage und schreibe 26 Parks umgeben, die eine Ring um die Bankwolkenkratzer und Buerokomplexe bilden! Zwichendrin fliesst gemuetlich ein Fluss, dessen Namen ich vergessen habe!

Als ich ankam, 9 Uhr abends (2 Stunden zu spaet, weil der daemliche Busfahrer die Schluessel im Bus vergessen hatte und diesen erst muehsamm aufbrechen musste) musste ich feststellen, dass das Bett im Hostel, dass ich gebucht hatte, schon an jemand anderen vergeben wurde!

Dann sass ich auf der Stasse mit all meinem Zeug! Totmuede und keinen Plan! 1000 andere Hostels angerufen aber alle waren ausgebucht! Schliesslich (kurz vor Mitternacht, nachdem ich die Halbe Stadt mit meinem Backpack abgelatscht habe) hab ich dann doch noch einen Platz in eine teuren Luxushostel gefunden!

Grund fuer den Platzmangel war, dass es zu dem Zeitpunkt 3 grosse Events in Adeleide gab! Erstens ein internationales Musikfestivall mit Bands aus aller Welt! Kostet um die 70 Dollar, doch als ich nichtsahnend den Botanischen Garten neben dem Festivallgelaende erkundete, musste ich feststellen, dass man die Musik von nebenan recht gut hoeren konnte! Also hockte ich mich ins Gras und lauschte fuer eine Weile den Suedseeklaengen! Umsonst! :-)

Dann gabs noch ein Artsfestivall, fuer das haette man aber was bezahlen muessen, also kann ich darueber nicht berichten! Nur dass es angeblich das 2 groesste Artsfestivall der Welt ist! Naja, wenn die meinen!

Zuguterletzt der Adelaide Cup, ein Pferderennen, bei dem viele Leute ein wenig Geld verlieren und wenige Leute einen Haufen Geld verdienen! Da ich noch nie ein Pferderennen gesehen hatte, musste ich unbedingt bei diesem armutsscherenvergroesserden Ereignis dabei sein!

Dass Australien die groesste Gluecksspielnation im Verhaeltnis zur Einwohnerzahl ist, hab ich glaube ich schon erwaehnt! Dass jeder Australier im Jahr ueber 400 Dollar (einen Wochenlohn) verspielt glaube ich noch nicht!

So spannend war das Pferderennen nicht, nur ein paar Gaeule, die im Kreis flitzen! War schon interessanter die ganzen Leute zu sehen, wie sie sich im Anzug bzw. Abendkleid zusaufen und ihr Geld verwetten und "Fucking Hell" schreien wenn ihr Pferd nicht als erstes ueber die Ziellinie laeuft!

Anschliessend gings zum Strand von Glenlg. War halt wie jeder andere Australiengrossstadtstrandvorort: viele Bars (in denen die wenigen Leute, die was beim Pferderennen gewonnen haben, ihren Gewinn gleich wieder versoffen haben), Restaurants und Surfshops. Zum schwimmen war es zu kalt, also hatte ich nix besseres zu tun als den Sonnenuntergang zu fotografiert!

Achso, Rodeo bin ich auch geritten! Auf einem Plastikbullen im Pub! 50 Sekunden hab ich geschaft! Im Angesicht der vielen Bier die ich schon hatte nicht schlecht! ;-)

Freitag, 17.03.2006

Grampians

Im Grossen und Ganzen ist Australien total flach, einige kleine Huegel gibt es aber schon! Ein Pickellandschaft auf dem roten Landfleckchen sind die Grampians mit ihrer biologisch recht interessanten Flora! Die Fachbegriffe sind mir zwar nach der Abipruefung gleich wieder entfallen, aber trotzdem ist es interessant zu sehen, wie der Wald mit Buschfeuern interagiert!

Fuer Tourristen zwar aergerlich (wegen Schliessung einiger Attraktionen), konnten die lokalen Baeume recht gut mit dem Waldbrand vor 1 Monat umgehen! An den ganzen verkohlten Baumstaemmen sah man kleinere Sprossen vorwachsen! Manche Baumsamen treiben auch nur nach einem Brand, wenn die Baumkronen abgefackelt wurden und Licht gen Boden dringt! Nur die Baeume die sich an die Braende angepasst haben, koennen jetzt die Oekologische Niesche der Grampians erschliessen!

Dann gings auch mal ein wenig wander und von oben konnte man schoen die Waelder als Flickenteppich sehen! Gruene Teile, abgefackelte Regionen und halb regenerierte Abschnitte! Und mittendrinnen haufenweise Emus (die zweitgroesste Vogelgattung der Welt), Koalas (dumm, giftfressend aber kein Baer) und Kangurus (die Viecher auf den Fostersbier Werbeplakaten) sehen!

Wie schon gesagt, einige Attraktionen waren geschlossen und so ging es um einige Fotos beraubt richtung Adelaide! Hab vielleicht schon erwaeht dass es viel zu viele Deutsche in Australien gibt! Hab also wieder mal gehofft, dass in Adelaide die Deutschendichte etwas abnimmt! Falsch gedacht!

Wie sich spaeter rausstellen sollte, wurde Adelaide von Deutschen Einwanderern gegruendet! Die haben auch den Weinanbau nach Australien eingeschleppt (und sind jetzt dafuer verantwortlich, dass sich Backpacker mit 4 Litern Wein fuer 10 Dollar besaufen koennen)! Ausserdem gibt's in South Australia eine komplett deutsche Siedlung namens Hahndorf! Schrecklich!

Hoffentlich hab ich mehr Glueck in Perth!

Mittwoch, 15.03.2006

Pech gehabt

Der zweite Tag wurde da schon spannender! Als erstes ging es zur London Bridge, ein weiteres Steinchen (damit meine ich 30 Meter hohe Klippen im Wasser), das einstmals ueber einen Steinbogen mit dem Festland verbunden war!

Damals ist ein frischverliebtes Paerchen auf die Idee gekommen sich auf der anderen Seite der Bruecke zu treffen! Wenig spaeter muessen sie ein wenig Grollen gehoert und ein paar 40 Meter hohe Wasserspritzer ueber die Klippen gesehen haben! Die Festlandverknupfung hat sich in Staub aufgeloest und sie waren auf dem Felzklotz gefangen!

Ein paar Schaulustige haben das Spektakel vom Land aus beobachtet und die Polizei alarmiert! Die haben jedoch kein Wort geglaubt! Als jedoch ein weiter Anruf kam wurde schliesslich die Kuestenwache verstaendigt um die Eingeschlossenen mit einem Hubschrauber zu evakuieren!

Bevor jedoch die Kuestenrettung kam haben die Medien vom Event Wind bekommen und ihren eigenen Helikopter geschickt! Komischerweise versuchte das Paerchen sich jedoch vergeblich unter der spaerlichen Vegetation zu verstaecken und liessen sich nicht von Medikopter im austausch gegen ein Interview retten lassen! Schliesslich kam die Kuestenwache und brachte die Beiden ans Festland!

Spaeter stellte sich raus, dass die beiden verheiratet waren ... nicht jedoch mit einander! Die beiden hatten sich ein ruhiges Plaetzchen fuer ihre Affaere gesucht und wurden von der ganzen Welt erwischt! In flagranti! Dumm gelaufen!

Anschliessend gings noch mal ins kalte Wasser schwimmen und dann fuhr der Trupp Richtung Gebirge!

Great Ocean Road

3 Monate in der selben Stadt! Fuer einen Backpacker ist das eine Ewigkeit! Endlich konnte ich die Arbeit, die Sorgen und leider auch einige gute Freunde zuruecklassen und meinen Road Trip fortsetzen!

Ach so, mein Auto ist kaput! Hat mich nach Philip Island und zurueck gebracht und ist dann auseinander gefallen! Verrottet jetzt auf dem Schrottplatz! 1000 Dollar sinnlos zum Fenster rausgeworfen! Schon scheisse!

No worries, wie man im sonnigen Australien so sagt! Keine Sorge! War auch weniger besorgt wegen dem Geld sondern mehr wegen meinen Reiseplaenen! Wollte mit einem Eigenwagen durch die Gegend touren und wenn mir ein Plaetzchen gefaellt, wird das Zelt ausgepackt und solange dort geblieben bis das Futter alle ist!

Mir blieb nix anderes uebrig als wieder auf den Bus umzusteigen! Einige Tage und 200 Dollar spaeter war ich wieder auf der Strasse Richtung Great Ocean Road, eine schicke Klippenstrasse mit einigen beeindruckenden Fotomotiven von gruenen Huegeln ueber Surfer, die von Riesenwellen verschluckt werden, bis zu Sonnenuntergaengen hinter ein paar Steinchen im Wasser (auch bekannt als Twelve Apostles, die eigentlich nur noch 8 sind weil einige schon umgekippt sind, als ich da war ist jedoch nicht so was interessantes passiert)!

Die Fotos sind ganz gut, die Tour war langweilig! Der desmotivierte Guide (Grund: ist seine letzte Tour) faehrt uns wortlos durch die Gegend und wenns was zu Fotografieren gibt durften wir mal fuer 10 Minuten aussteigen! "Muesst ihr aber nicht, falls ihr nicht wollt! Koennt ihr aber!"

Die Mitreissenden in der Regel zwischen 30 und 70 waren auch keine interessanten Gespraechspartner! Bleibt noch der MP3-Player!

Samstag, 11.03.2006

Lebenszeichen

Hey,

keine Angst, wurde noch nicht vom wildgewordenen Koala aufgefuttert! Ist nur nicht viel passiert im letzten Monat! Arbeiten, arbeiten, arbeiten!

Hab ein halbes Duzend Leute mit anrufend und Textmessages gequaelt um sie zu motivieren und bin ihnen sonstwie auf die Nerven gegangen! Am Ende war mein Team nicht viel unerfolgreicher als die eingesessenen Teams! Aus Geheimhaltungsgruenden darf ich nicht verraten, wie viel Geld man mit Wohltaetigkeit in einem Monat verdienen kann! ;-)

Im Moment bin ich im sonnigen heissen Adelaide! Das liegt in South Australia, was bedeutet ich kann das 4te Bundesland von 8 auf meiner Australienliste abhaken! Wie ich hier her gekommen bin verrate ich euch spaeter! :-)

Schoene Gruesse,

Rob

Montag, 06.02.2006

Management

Jetzt bin ich endlich offiziell Manager und das erste was ich gemacht habe, ist erstmal den Franzosen gefeuert! ;-)

Entwickelt sich ganz gut! Heute hab ich zwar kostenlos gearbeitet (10 Stunden und hab 0 Dollar verdient, dafuer darf ich jetzt kostenlos I-net im Office benutzen), dafuer hab ich letzte Woche im Schnitt 150 Dollar taeglich gemacht!

Mein Team wird im Moment vergroessert! Einer der neuen Untergebenen duerfte dem ein oder anderen ein Begriff sein! Andreas Pollner, der Jahrgangssteber und einer meiner besten Freunde aus dem idyllischen Kaff Ruesselsheim!

Mal sehen wie gut sich der Junge anstellt! Wuerde ihn nur ungern wieder auf die Stasse setzen!

Bis auf Arbeiten mach ich im Moment nicht mehr viel! Schlafen, manchmal esse ich auch was, wenns nicht anderst mehr geht und ab und zu sehe ich mir Filme an!

Wohne seit einer Weile zusammen mit einem Kollegen und Mitmanager im schaebigsten Appartment Melbourne! Weit weg vom Strand und so bleibt bei der Hitze nix anderes uebrig als sich nicht unnoetig bewegen!

Schoene Gruesse an alle Frostbeulen in Europa!

Montag, 16.01.2006

Karriere

Nach der Office Weihnachtsparty und einer Woche Sommerpause gings dann wieder zurueck an die Arbeit fuer World Vision! Etwa zwanzig Leben von Kinder in Afrika, Sued-Ost-Asien, Suedamerika und Zentralamerika konnte ich bis jetzt schon veraendern!

Jetzt bieten sich die ersten Karieremoeglichkeiten! Bisher war ich noch der Klingelputzer, aber nach einem viertaegigen Managmanttraining habe ich mich schon fast dazu qualifiziert, ein eigene Armee von Klingelputzern anzufuehren! Das bedeutet mehr Kohle, mehr Arbeit und mehr Stress!

Falls ich diesen Weg einschlagen sollte, besteht fuer mich die Moeglichkeit, dass mich die Firma sponsort und sich mein Aufenthalt in Australien um vier Jahre verlaengern kann! Aber keine Angst Mama! Glaube eher, dass ich einfach weiterreise und puenktlich nach der Fussball WM zurueck komme um zu studieren! Dauert aber bestimmt nicht lange bis ich wieder Fernweh bekomme!

Pinguine und franzoesische Fahrkuenste

Immer noch auf Phillip Island. Wir befinden uns auf dem Weg zu den knuddeligen Pinguinen, der Franzose (Julien) am Steuer! Hat nur 5 Minuten gedauert und der Pariser Strassenraudi reisst mir den Schalthebel ab! Im Leerlauf rollen wir dann noch einige Meter den Berg hinauf, bis nix mehr geht!

Total verzweifelt versuche ich mich an die Notfallprozedurenunfallortabsicherungsmethoden aus meinem Fahrschulunterricht zu erinnern und muss feststellen, dass meine Klapperkiste mit keinen Warndreieck ausgestatted ist! Wie gerufen tanzt auch schon eine Minute spaeter die Bullerei an!

Hab schon eine immens riesige Geldstafe erwartet, da das Auto noch nichtmal auf meinen Namen eingetragen ist und anscheinend nicht verkehrstauglich ist! Die waren aber anscheinend mit was besserem beschaeftigt und sind gleich wieder abgedampft, nachdem mein Automobil rueckwaerts von der Stasse gerollt wurde! Noch nicht mal Papiere kontrolliert! Da haben sich die 13 Euro fuer den internationalen Fuehrerschein garnicht gelohnt! ;-)

In solchen Situationen zeigen sich wahre Freunde! Alle Asiaten im Auto waren sich einig, dass alle moegliche Reparaturkosten sich teilen! Nur Julien, der Uebeltaeter weigerte sich! "C'est ta voiture et ce n'est pas ma faute qu'elle detruit! Tu le peut payer toi-même!"

Waerend der Franzmann nach nem Mechaniker sucht, beschaeftige ich mich damit, den Schaden selber zu beheben! Hab noch nie zuvor einen Motor von innen gesehen, hat aber trotzdem nur 5 Minuten gedauert, bis ich raushatte, wie ich den Schalthebel wieder einschraube!

Naiv wie ich war, hab ich den Franzosen gleich wieder fahren lassen und keine 4 Minuten spaeter war der Hebel wieder im Eimer! Ungluecklicherweise haben wir ein Teil der Schaltung verloren, das verhindert, dass Vibrationen vom Motor auf die Schaltung uebergreift und der Schaltknueppel abfaellt!

Wir entschieden uns gegen die Pinguine um es noch vor Einbruch der Dunkelheit zurueck nach Melbourne zu schaffen! Logischerweise mit einem deutschen Fachmann am Steuer! ;-)

Anmerkung des Autors: Dieser Eintrag ist in keinster Weise franzosenfeindlich gemeint und generalisiert nicht die Fahrkuenste aller Franzosen, sondern bezieht sich auf ein spezifisches Subjekt, dessen Name aus Datenschutzgruenden veraendert wurde! ;-)

Donnerstag, 05.01.2006

Phillip Island

Nach der 12 stuendigen Weihnachtsparty brachten wir alle erstmal eine Woche Ausnuechterungszeit! Demzufolge wurde das Office bis nach Neujahr geschlossen!

Weil wir nix besseres mit unserer Freizeit anfangen konnten, als zum Strand gehen und weiterfeiern, habe ich mich entschlossen mit meinem Kollegen und Mitdeutschen Falco einen Tripp nach Phillip Island zu organisieren!

P Island ist die Hauptfreizeitsattraktion der Melbournianer! Eine Insel an der Suedspitze der Melbourne Bay mit langen Straenden und moerderischen Wellen! Und einigen lebensmueden Backpackern, die es wagten, dort surfen zu gehen!

Vollbepackt mit Alkohol und guter Laune stelle ich mein Auto (bzw. Klapperkiste) auf die erste Haerteprobe! Bis dass ein paar Teile auf der Reise abgefallen sind ist jedoch nix passiert!

2 Stunden spaeter, der Vehicelinnenraum war schon auf Ofentemperatur, erreichen wir endlich das Inselparadies, um festzustellen, dass wir uns mal frueher um eine Unterkunft kuemmern haetten sollen! Alles war ausgebucht! Desorganisiert wie wir sind war es uns jedoch egal und wir sind einfach zum Strand weitergefahren!

Die Wellen waren mindestens doppelt so gross wie ich! Was jemanden wie mich bewegt mit einem 2 Meter langen eifoermigen Brett in die Brandung zu springen und "Wellen zu fangen" kann ich heute nicht mehr nachvollziehen! Bis auf einige Ausnahmen haben alle Wellen mich gefangen und durch die Gegend gewirbelt!

Nach 4 stuendigem Kampf gegen die Naturgewalten faellt uns dann wieder ein, dass wir ja noch irgendwo schlafen mussen! Ganz im Sinne unserer Arbeit fuer World Vision klopfen wir an ein paar Tueren von Einheimischen und fragen fuer Unterschlupf fuer eine Nacht! Nicht lange und jemand findet sich, der uns im Garten campen laesst! In Deutschland waere sowas wohl nicht moeglich!

Zelte aufgebaut, Abendessen gekocht und dann konnten wir den Abend mit unseren Gastgebern am Lagerfeuer verbringen! Wir fanden raus, dass offensichtlich jeder Nachbar unsere Gastfamilie und ihre staendigen abendlichen Parties hassten! Nicht lange und die ersten Beleidigungen wurden ueber den Gartenzaun geworfen!

Nach einer Nacht im Zelt ging es zurueck zum Strand und unsere Gastfamilie enthuellte uns die Mysterien des beliebten australischen Sports Cricket! Bisher kannte ich es nur aus dem Fehrnsehen: etwa 30 weiss gekleidete Kerle stehen dumm in der Gegend rum, einer wirft einen anderen mit einem kleinen Ball ab und ploetzlich beginnen alle zu jubeln und keiner weiss warum! Dieses Spiel geht bis zu 5 Tage lang und jeder Aussi verbringt jede einzelne Minute davon vor der Glotze!

Phillip Island ist beruehmt fuer die Penguin Parrade! Die Insel ist das noerdlichste Habitat der kleinsten Pinguine der Welt und jeden Abend watscheln Tausende an den Strand und zehntausende Tourristen gucken zu!

Fortsetzung folgt!

Samstag, 24.12.2005

Merry X-mas

Weihnachten im Sommer, was will man mehr! Man kann feiern und trinken und anschliessend am Strand chillen! Einziger Nachteil ist, dass ich wahrscheinlich keine Geschenke hier in Australien bekomme!

Gestern war die Weihnachtsparty von meiner Company! Als ich dort gegen 6 ankam, war mein Boss schon nett angeheitert! Als erstes wurde das BBQ in Angriff genommen und anschliessend mussten duzende Bierkaesten geleert werden! Wird sonst schlecht!

5 Chickenwings und 10 Flaschen Bier spaeter hopst der Chef hoechstpersoenlich auf den Tisch um seinen Mitarbeitern Weisswein direkt oral zu verabreichen! 50% des Weines lief stattdessen ueber die Versuchspersonen, anstatt in den Mund!

Nachdem auch der Vodka alle war, wurde mehr Bier organisiert und im Haus meines Freundes weitergefeiert! Bis 6 Uhr und gegen den Hangover wurde am Morgen gleich weitergetrunken!

So feiert man Weihnachten in Australien! :-)

Sonntag, 04.12.2005

Arbeit

Eine ganze Woche habe ich mehr oder weniger (eher weniger) enthusiastisch nach Arbeit gesucht! Jetzt bin ich endlich fuendig geworden! Bin jetzt Vertreter, laufe von Tuer zu Tuer und versuche mein Produkt zu verkaufen!

Meine Berufsbeschriebung ist glaube ich "independent sales manager" was soviel bedeutet, dass ich keine Rechte habe und sie mich ohne weiteres feuern koennen, wenn ich nix verkaufe!

Mein produkt sind Kinder! World vision ist ein Hauptklient der Sales und Marketing Company fuer die ich arbeite! In deren Auftrag verkaufe ich Partenschaften fuer Kinder in Afrika und Suedostasien!

Ist jemand interessiert? Kostet 50 australische Dollar im Monat, 50 Dollar, damit ein Kind mehr frisches Trinkwasser, genug zu Essen, eine angemessene Ausbildung und Zukunftschancen bekommt! (und ich bekomme 50 Dollar pro verkauf)

War nicht schwer diesen Job zu bekommen, wird dafuer aber umso schwerer an die erste Tuer zu klopfen und die grimmigen Gesellen, die oeffenen werden, davon zu ueberzeugen, dass diese Kinder ihre Hilfe brauchen!

Jedenfalls bin ich gluecklich, dass ich endlich nicht mehr meine Zeit mit Reisen und Fotos machen (von Traumstraenden und Regenwaeldern und Sonnenuntergaengen) verschwend muss, sondern mal was sinnvolles arbeiten kann!

p.s. Hab jetzt ein Auto gekauft! Wohne zwar in der Opelstadt, aber dass erste mal, dass ich einen Opel fahre (hier heissen die uebrigens Holden, weil die Opel bestimmt nicht aussprechen koennen) ist am anderen Ende der Welt!

Freitag, 02.12.2005

Happy Sommeranfang

Dezember, metrologischer Sommeranfang! :-) Down Under zumindest! Wird jetzt langsam richtig warm!

Melbourne ist dafuer bekannt (und die Melbourner sind sogar stolz darauf), dass sich das Wetter hier sehr schnell aendert! Mal kommt der Wind aus dem Outback und heizt die Sommerluft auf 35-40 Grad auf, doch innerhalb von einigen Stunden kann der Wind drehen und blaest dann kalte Luft aus der Antarktis in die Melbourner Bucht! Im Moment ist jedoch eher ersteres der Fall! Perfekte Bedingungen um sich am nahen Strand abzukuehlen!

Die Weihnachtsvorbereitungen laufen auch schon auf Hochtouren (was sich insofern aeussert, dass wir (bzw. die Finnin aus unserem Zimmer ;-) eine Lichterkette aufgehangen und Kerzen gekauft haben! Ich freu mich schon auf BBQ am Strand und hoffe mal, dass ich nicht zu viel Alkohol trinken werde! Immerhin ist es in Melbourne immer noch verboten Alk auf der Strasse zu konsumieren (im Gegensatz zu Bondi Beach, Sydney, an Weihnachten).

Melbourne

Am 22. November um 8 Uhr und 5 Minuten hob eine unscheinbare Maschine von Virgin Blue Flights vom Cairns Domestic Airport ab! An Bort ein unbedeutender Backpacker! 4 Stunden spaeter schlug das weiss rote Flugzeug am anderen Ende von Australien wieder auf die Erde auf!

Mein erster Eindruck von Melbourne: "Man, ist das saukalt"! Ist halt ein Schock, wenn man bei 35 Grad ins Flugzeug einsteigt und bei 15 Grad in die kalte Melbourner Nacht rausgeworfen wird!

Lebe jetzt seit 1 Woche in einer Bruchbude in St. Kilda, dem Strand-, Café- und Rotlichtviertel von Melbourne! Kein komfortables Hostel, dafuer sind die anderen Backpacker umso cooler! Und stell sich das einer vor: in meinem 12 Bett-Schlafraum bin ich der einzige Deutsche! Endlich werde ich gezwungen Englisch zu sprechen! :-) Und Franzoesisch (und ein wenig Japanisch)!

Bin jetzt wieder auf Jobsuche! Mindestens bis Silvester will ich mich hier beschaeftigen, um dann ein Feuerwerk in dieser 3,4 Millionen Menschen Metropole zu feiern!

Montag, 21.11.2005

Wehrdienst

Eines Abends erhielt ich dann einen Anruf, von einem Musterungsbeamten des Kreiswehrersatzamtes in Darmstadt! Die Verbindung war recht schlecht und so hielt ich ihn zuerst fuer meinen Opa!

Schliesslich wurde mir aber der Ernst der Lage bewusst, als er mir mit foermlicher Stimme mitteilte, dass die Musterungsunterlagen vom vergangenen Jahr ungueltig waren! Konsequenz war, dass ich mich innerhalb von fuenf Wochen in Darmstadt zur Nachmusterung einfinden musste! Schreck lass nach! Nie werde ich Australien so frueh verlassen!

"Was passiert, wenn ich dem nicht nachkomme", erkundigte ich mich! "Dann werden Sie im Januar verbindlich in die Bundeswehr eingezogen!"

Im Kopf spielte ich schon alle Szenarien durch! Auf keinen Fall wurde ich den Forderungen des Beamten nachkommen, es war mir egal, ob mich die Polizei bei meiner Wiedereinreise am Flughafen abholen wuerde und mich in die Kaserne schleifen wuerden! Ich fragte mich, ob ich von Australien aus fuer einen Zivildienst bewerben und diesen nach meiner Rueckkehr antreten koennte!

Schliesslich gab der Anrufer seine wahre Identitaet preis: Mario, der mysterioese Webmaster! Ihm ist sein mexikanisches Blut wohl zusehr in den Kopf gestiegen, dass er es sich erlaubt, mich so zu schocken! Ich hatte mich schon damit abgefunden, einige Wochen im Knast zu verbringen, muss dann aber erfahren, dass alles nur ein Scherz war!

Egal, am Ende konnte ich auch drueber lachen! War ein gekonnter Scherz und jetzt habe ich die schwierige Aufgabe, es ihm heimzuzahlen! ;-)

Cape Trib II

Nach einer kleinen Erfrischung im Billabong (Wasserloch) gings auf den Daintree-River-Cruise zum Crocodile-spotting! Erwartungsvoll bin ich auf den wackligen Pastikkutter gestiegen um dann dem Arm des Guides in Richtung von graugruenen baumstammartigen Kloetzen am Wasserrand zu folgen! Und da lagen sie, regungslos, 2 bis 3 Meter lang und grillten in der Sonne! Wie unspektakulaer!

Anschliessend machte uns der Fuehrer noch ein wenig mit blutruenstigen Geschichten neidisch: dass manchmal Wildschweine ueber den Fluss schwammen und dann von Crocos zerfetzt werden, doch uns blieb dieses Schauspiel verwehrt!

Schliesslich gings dann zum Cape Trib ins Hostel! Dichter Regenwald, die Baumkrone 20 bis 30 Meter ueber meinen Koepfen und in dem Gewirr aus Baumstaemmen waren kleine Huetten eingearbeitet, die mir fuer 2 Naechte unterschlupf bieten sollten!

Von dortaus waren einige tolle Wandertouren moeglich! Zu Aussichtspunkten ueber die weissen Strande, die Schatten von Korallen im Wasser, die gruennen Waelder, die bis zum Sandstrand reichen! Wenn man am Strand entlang wanderte, konnte es vorkommen, dass man durch Crocodilverseuchte Fluesse waaten musste (die tiefer waren, als sie aussahen), um nicht einen kilometerlangen Umweg in Kauf zu nehmen!

Eine kleine Ausszeit im Jungel, die sich gelohnt hat! Am letzten Tag hab ich dann auch noch ein wenig von der Regenzeit abbekommen und dann gings zurueck nach Cairns!

Samstag, 19.11.2005

Cape Tribulation

In Cairns hat's mich nicht lange gehalten! Meine Sight Seeing Tour in dieser Tourristenmetropole hat sich auf die Internetcafes beschraenkt! Und kaum dort angekommen gings auch schon weiter in den Regenwald um Cape Tribulation!

Obwohl der Norden Queenslands nur einen kleinen Teil der Flaeche ausmacht, gibt es hier einen Grossteil der Fauna und Flora! Knuddlige Koalas beispielsweise, gefaehrliche Salzwassercrocos, Wallabies und Baumkangurus und die Cossawaries, emuaehnliche Riesenvoegel, die mit ihren scharfen Klauen in der Parungszeit auf ahnungslose Tourristen losgehen!

Das Cape ist einiges der wenig Stellen der Erde, an denen der Regenwald bis zum Meer reicht! Und dort wo der Urwald aufhoert faengt auch schon der Great Barrier Reef Nationalpark an! Dementsprechend tolle Touren kann man dort unternehmen!

Als erstes gings in einen kleinen Zoo, wo man bunte Voegel direkt vor die Linse bekam, dir Kangurus aus der Hand gefuttert haben und man Crocos im Wasser rumgammel sehen konnte!

Fortsetzung folgt...

Pumpkins

Noch ein guter Aspekt von Ayr: jeden Donnerstag haben sich die beiden oertlichen Kneipen gegenseitig mit Angeboten unterboten um die Backpacker abzuwerben! Nachdem die eine mit 2 Dollar Jugs warb, bot die andere einfach ein ganzes Fass Free Beer an und seitdem gehen alle in die Tavern um sich zu besaufen!

Nach drei Tagen wurde ich dann zu den Pumpkins (Kuerbissen) versetzt. Nach einer langen Nacht im Pub und wenig Schlaf, gings dann um viertel vor 5 aus den Federn, um puenklich auf dem Kuerbisfeld zu erscheinen.

Jetzt hiess es stundenlang Kuerbisse abzuschnibbeln, ueber das halbe Feld in Aufsammelkuhlen zu treten und anschliessend die bis zu 10 kg schweren Dinger 2 Meter hoch auf einen Anhaenger zu schleudern!

War zwar nicht die einfachste Arbeit, dafuer war sie aber auf 'contract' (Vertrag)! Das bedeutet, dass uns kein Aufseher im Ruecken steht, der uns anfeuert, da wir nur bezahlt werden, fuer das was wir picken! Ausserdem duerfen wir so lange Pause machen, wie wir wollen (das bedeutete in der Regel ein drittel der Arbeitszeit)! Und das Wichtigste: wir mussten keine Steuern zahlen und haben so teilweise ueber 20 Dollar pro Stunde verdient!

7 Tage hab ich in diesem Job durchgehalten bis ich schliesslich mit meinem Gehaltscheque in Richtung Cairns abgehauen bin!

Trotz der harten Schufterei muss ich zugeben, dass meine Zeit im Workinghostel mit zur schoensten bisher in Australien gehoert! Denn nur wenn man mal laenger an einem Ort bleibt bekommt man wirklich die Moeglichkeit jemanden richtig kennen zu lernen! Bloed nur, dass keiner bis auf mich auf die dumme Idee gekommen ist, nach Norden zu reisen!

Dienstag, 15.11.2005

Fruit Picking

Ich bin kein richtiger australischer Backpacker, wenn ich nicht zumindest einmal Fruitpicking gemacht habe, habe ich mir gedacht, als ich das Busticket nach Ayr gekauft habe! Einen Tag spaeter ging es dann in das kleine Staedchen im heissen Norden Queenslands!

Ich checkte in das gleiche Hostel ein, wie Andy Pollner, ein Schulfreund, den ich ueberzeugen konnte, sein Auto zu verkaufen, damit er sich die Reise nach Australien leisten konnte! Sein erstauntes Gesicht war nicht schlecht, als er mit staubiger Kleidung von seiner Pumpkinfarm zurueck kam!

Obwohl es keine Tueren gab, der Dreck von der Tagesarbeit ueberall in den Raeumen und im Pool rumlag und 80% der Leute deutsch Sprachen (das sind wahrscheinlich mehr als in Ruesselsheim, meinem Heimatkaff in Deutschland) war es eines der besten Hostels in dem ich bisher uebernachtet habe! Das lag wahrscheinlich daran, dass es dermassen entspannent war, nach einem 10 stuendigen Arbeitstag im Pool zu schweben!

Kaum angekommen, da hatte ich auch schon einen Job! Der aus Italien immigrierte Farmer Dominico stellte mich an, um auf seiner Farm Rockmelons (sowas aehnliches wie Honigmelonen) und Paprika zu picken!

Mein naechster Tag sah etwa so aus: puenktlich um halb 6 ging es aus dem Bett! Eine Stunde spaeter, die Sonne schob sich gerade ueber die Bergkette in der Ferne aber trotzdem schwitzte man schon in der feuchten Luft, stand ich auf dem Feld und begann mich nach den Melonen zu buecken! Ich musste die reifen einfach vom Stengel abpfluecken und auf ein Foerderband packen, dass vor mir hergefahren ist!

Zu 10 brauchten wir etwa 1 Stunde um eine ganze Traktorladung vollzubekommen! Erschoepft blickten wir auf unsere Leistung, doch in der Ferne kam schon der naechste Wagen angebraust und zog eine Staubwolke hinter sich her!

Gegen 12 war dann Mittagspause (in der wir haufenweise Free Rockmelons verspeisten) und anschliessend ging es an die Paprikaernte! Leider! Wieder faehrt das Foerderband vor uns her, aber diesmal muessen wir mit lichtgeschwindigkeit Picken, damit uns das Foerderband uns nicht am Kopf erwischt!

Und falls wir zu viele Fruechte vergessen, kaeme der garstige Aufseher um uns mit seinem unverstaendlichen Nuscheln zu signalisieren, dass wir am naechsten Tag nicht wiederkommen braeuchten! Eklig ist es auch, wenn man in eine matschige Paprika reinfasst! Danach stinkt man stundenlang wie Sch...

Nach 10 Stunden war dann mein erster Arbeitstag vorbei und ich ging 130 Dollar reicher nach Hause! Die naechsten beiden Tage gabs nochmal das gleiche Spiel!

Whitehaven Beach

Am naechsten Tag gings dann windkreuzender Weise in Richtung eines der schoensten Straende Australiens und der Welt! Whitehaven Beach - Weisser Himmel Strand frei uebersetzt!

Und was mich auf dem Lookout erwarten sollte war wirklich der schoenste Ausblick, den ich bis dahin in Australien geniessen durfte: Der schneeweisse Sand schimmerte durch das tuerkiese Wasser und der kilometerlange Strand schmiegte sich eng an die pinenbewachsenen Berge, die sich um eine tiefe Bucht schlaengelten! Kaum zu glauben, dass das ganze bei Ebbe noch viel schoener aussehen soll!

Eine halbe Stunde und tausende Fotos spaeter gings dann runter zum Strand! Der Sand ist so dermassen kleinkoernig, dass es sich so anhoeren wuerde, als liefe man auf Schnee, wenn man ueber die Duenen schluerft! Den komischen Stinger (Quallen) Suit angezogen und ab gings ins Wasser! Keine totbringenden Wabbeltiere aber dafuer umso mehr Rochen gabs dort zu sehen!

Nach einem Fussballgame und einigen Eigentoren gings zurueck aufs Schiff! Nochmal schnorcheln und dann wurden wir auf einem kleinen Strand mitten im Meer rausgeworfen um den Sonnenuntergang auf unseren Speicherkarten zu verewigen!

Nach einem guten BBQ und lustigen Saufspielchen (bei dem der Alkohol durch Schnorchel eingefuehrt wurde und die Spieler auf Schifskurbeln gedreht wurden, bis sie fast vom Schiff vielen) gings dann wieder schlafen! Diesmal wars nicht windig, dafuer hats geregtnet!

Am naechsten Morgen wurde zum letzten mal die Meeresfauna begutachtet und dann gings zurueck in den Heimathafen!

Whitsunday Islands

 Am Freitag den 28. Oktober gings dann auf Boomerang, ein ausgemustertes Rennboot, das jetzt Backpacker durch die Gegend schippert! 22 waren wir insgesammt, die von der 4 koepfigen Crew gebaendigt werden mussten!

Nach einer kurzen Einfuehrung in welche Dinge wir auf dem Schiff nicht beruehren durften, wenn uns unsere Gliedmassen lieb waren, fuhren wir dann los! Undzwar mit Motor, der unsere Vorwaertsbewegung den groessten teil der Reise evozieren sollte! Da fragt man sich, warum es Whitsunday Sailing (Segeln) heisst!

Die anspruchsvolle Aufgabe der Touris bestand darin, rumzusitzen und zu warten, bis mal ein interessantes Fotomotiv vor unserer Linse erschien! Einmal durften wir dann sogar ein paar Kurbeln drehen, als endlich das Segel gehisst wurde und dann wurden wir sogar nochmal zum Schnorcheln ins Wasser geworfen!

Zwischen den beiden Hauptinseln Hook Island und Whitsunday Island gingen wir dann vor Anker und verbrachten die Nacht! Ich schlief an Deck und obwohl mir der Wind um die Ohren blies war mir der Blick auf die tausenden Sterne lieber als das stickige Unterdeck!

Airlie Beach

Naechste Station war Airlie Beach, ein tourristenueberlaufenes Dorf vor der Whitsunday Kueste, der wohl schoensten Gruppe von Inseln in Australien! Kaum ein Backpacker, der nicht hier anhaelt, um sein Geld fuer einen Segeltrip auf die Inseln rauszuwerfen!

Deswegen war es auch nicht verwunderlich, dass ich dort Nico Hormel, einen alten Freund aus Deutschland, wieder getroffen habe! Nachdem wir unsere Erlebnisse ausgetauscht hatten, haben wir uns dann schliesslich aufs gleiche Boot eingemietet!

In Airlie selbst kann man nicht viel machen! Noch nicht mal im Meer schwimmen, weil die Box Jelly Fish (Giftquallen) Season angefangen hat! Deshalb mussten wir mit der Lagoone vorlieb nehmen! Das einzige was man dort machen konnte, war Party feiern!

Great Keppel Island

Nach einer Woche versuchte ich dann wieder aus 1770 zu verschwinden! Als erstes kam ich auf die doofe Idee, mich an den Strassenrand zu stellen und auf Anhalter zu warten! Eine
Stunde lang stand ich so rum um ein Fahrzeug nach dem anderen an mir vorbeifahren zu sehen! Schliesslig gab ich auf und bestellte mir ein Busticket nach Rockhampton!

Von dortaus ging es auf Great Keppel Island! Das ist ein baumbewachsener Berg, der aus dem kristallklaren Wasser rausragt und an dessen Schneeweissen Strand sich nur ein Hotel und ein Hostel befinden!

Ich entschied mich fuer die Budgetunterbringung und zog ins Hostel ein! Neben mir gabs da noch haufenweise Warane (bis zu 2 Metern lang), morgens haben mir regenbogenfarbene Paradisvoegel das Essen vom Teller geklaut und abens haben mir Opossums in den Fuss gebissen, nachdem sie polternd auf dem Wellblechdach ihre Revierkaempfe ausgetragen hatten!

Tagsueber hab ich mir Schnorkelzeugs ausgeliehen, bin zu menschenleeren Straenden gewandert um mir die Riffe anzusehen! Kurz darauf hab ich auch erfahren, warum dieser Strand menscheleer war: Die Stroemung war zu stark, man konnte die Hand nicht vor den Augen sehen und zu guter Letzt wurde ich auch noch abgetrieben! Hat ne Weile gedauert bis ich wieder zum Strand geschwommen bin! Schliesslich bin ich dann doch zum Touriueberfuellten Strand gewatschelt und hab mir da die schoenen Korallen an gesehen! Neben hundertausend Fischen, den verschiedensten Korallen und ein komischen Seebewohnern bin ich auch auf einen Rochen getroffen!

Ansonsten konnte man noch gut am Strand relaxen und in den Huegeln wandern! Mit den Fotos werde ich euch hoffentlich bald neidisch machen koennen! ;-)

Freitag, 28.10.2005

Tauchen im Great Barrier Reef

Am Dienstag war dann mein bislang teuerster Tag: 150 Doller nur fuer einen Tagesausflug! Ziel war Lady Musgrave Island (Australien ist ein junges Land und die ganzen Entdecker sind recht einfallslos beim Namen ausdenken, deshalb hat der Entdecker dieser Insel sie einfach nach der Frau benannt, die die besten Teepartys in Melbourne macht), eine Koralleninsel im Great Barrier Reef!
Abgestorbene Korallen werden durch die Gezeiten durch den Pazifik gespuelt und an bestimmten Stellen mit geringer Stoemung lagern die sich dann ab! Zufaellig fliegt dann mal eine Gruppe von Voegeln an diesem Korallen-Sand-Haufen vorbei und entscheidet, dass es ihnen dort ganz gut gefaellt! Zufaellig haben diese Vogel noch ein paar Baumsamen an sich kleben! Die Voegel duengen die Baume mit ihrem Dung und die Baume geben den Voegeln Unterschlupf! Die perfekte Symbiose!
Rund um die Insel ist ein Ring von flauch unter der Wasseroberflaeche liegenden Korallen! Damit die Tourristen in den Geschmack dieses Paradises kommen koenne, musste der Beschiffbarkeit der Insel etwas nachgeholfen werden: mit Dynamit wurden Millionen von Korallen weggespraengt um eine Schiffspassage zu schaffen! Und dann wundern sich die Aussis, warum ihr Naturwunder stirbt!
1,5 Stunden hat die schauklige Bootsfahrt gedauert, bis sich unser Maegen entlich auf einer der Insel vorgelagerten Plattform entspannen konnten! Dann gings auf ein Glasbodenboot rueber zur Insel! Die Unterwasserwelt ist wirklich atemberaubend: Korallen in allen moglichen Farben und Formen, die die exotischsten farbenfrohsten Fischchen in allen moglichen Formen beherbergen! Dicke gepunktete, schmale gestreifte, flache graue! Lange Nasen, grosse Flossen, komische Antennen! Und auch ein paar Seesterne (die giftig sind und die gefaehrlichste natuerliche Bedrohung des Reefs darstellen, weil sie irgendjemanden toeten, hab vergessen wen) und Wasserschildkroeten!
Dann gings auf die Insel! Wie gesagt: riesige Haufen von abgestorbenen Korallen als Strand und haufenweise Voegel! 2 Millionen etwa auf dr 15 Hekta grossen Insel (entspricht 15 Fussballfeldern)! Und die machen Krach und lassen ihre Verdauungsabfaelle auf die Tourristen fallen (ich wurde gluecklicherweise nicht getroffen)! Ein paar Vortraege ueber Flora und Fauna und dann gings zurueck aufs Wasser!
Endlich war tauchen an der Reihe! Sven, ein anderer (natuerlich) deutscher Backpacker und ich waren die einzigen, die sich dazu getraut haben (was bei dem Altersdurchschnitt wahrscheinlich auch kein Wunder war)! Erst gabs eine halbstuendige einfuehrung: nicht das machen, auf das achten, bla bla bla! Als es dann ins Wasser ging, hatte ich sowieso schon die Haelfte wieder vergessen!
Mit Wetsuit und Taucherflasche gings dann in 5 Meter Tiefe von woaus das Korallenriff nochmal viel schoener erscheint! Die ganzen Fischies sind jetzt direkt um uns rumgewuselt, als unser Tauchinstructor sie mit irgendeinem braunem Brei gefuettert hat! Dann haben wir nach so ein paar Wasserwurste gestreichelt (keine Ahnung was das fuer eine Spezies war, war dick, etwa 30 cm lang und gruen mit roten Punkten) und uns von einem blauen Nemoimmitat beissen lassen!
Nach einer halbenstunde wars dann vorbei! Das Mittagessen wurde serviert und dann wurde noch ein wenig geschnorchelt! Durchsichtige lange Fische, dicke Gruenblaue und duenne Rotweisse! Das uebliche halt!
Schliesslich nach 6 Stunden am Reef gings zurueck ans Festland! Der Wellengang war schrecklich und 10 Minuten Fahrt begannen einige die Krabben vom Mittagessen wieder rueckwaerts zu essen!
Alles im allem war es ein ganz gelungener Trip!

Surfen in 1770

Hab jetzt noch garkeinen aus meiner Frasergruppe vorgestellt! Die Deutschendichte war relativ gering mit 40%! Ausserdem gabs noch zwei israelische Jungs, Evir und Leron, die zufaellig ein Auto hatten und in die selbe Richtung gereist sind wie ich! Nach 1770!
Das Town of 1770 heisst so, weil an der Stelle, wo jetzt dieses winzige Oertchen steht, Captain Cook vor 235 Jahren das erste mal in Queensland an Land gegangen ist! The birthplace of Queensland!
Im Grunde sind es ein paar Haeuschen, ein Suppermarkt und (ganz wichtig) ein Surfshop inmitten eines recht ansehlichen Nationalparks! Ausserdem noch ein toller Strand!
Es gab jedoch einen anderen Grund, warum ich mich in dieses verschlafene Kuestenstaedchen begeben hatte: ich wollte Surfen lernen!
Nicht nur, dass die Wellen nicht so hoch sind, auch die niedrigen Preise macht 1770 zum pefekten Plaetzchen dafuer!
Nach einer langen Einfuehrung durch einen langsam redenden, lustig gestikulierenden Einheimischen gings dann endlich ins Wasser! Schnell musste ich feststellen, dass ich mir voll die Illusionen gemacht habe und surfen garnicht so schwer ist wie ich dachte! Nach eins, zwei Fehlversuchen hab ich es schon geschafft mich aufzurichten! Total cool!
In den naechsten paar Tagen hab ich mir noch einige Male ein Board ausgeliehen um meine Faehigkeiten zu verfeinern! Jetzt kann ich sogar nach links und rechts steuern und muss nicht mehr frontal in die Badegaeste reinsurfen, die die geniale Idee hatten, direkt vor den Surfern zu planschen!
Nach 3-4 Stunden surfen tat dann alles weh: die Arme vom Paddeln (das etwa 80-90% vom Surfen ausmacht), die Beine, die ich mir am Surfboard aufgerissen habe und die Augen vom vielen Salzwasser! Wer Spass haben will muss leiden!

Donnerstag, 27.10.2005

Dolphin Kajaking

Am naechsten morgen gings um 5 Uhr morgens raus! Als Werbegag hat meine Travelagency noch ein gratis Dolphin Kajaking mit in mein Fraserpackage gepackt! Schonwieder gings in einen 4WD und wir wurden am Strand langkutschiert! Da werden doch alte Erinnerungen wach!
Dann wurde losgepaddelt in den 2 Mann Sea Kajaks! Schon nach etwa 10 Minuten sind wir dann auf 2 Wale gestossen (schon wieder ;-) )! Eine Mutter mit ihrem Kind! Im Gegensatz zu Whale watching (Walbeobachtungs-) Booten gab es bei den Kajaks keine Abstandsbeschraenkungen und wir konnten bis auf 20-30 Meter an sie ran! War aber noch frueh morgens und deshalb waren die beiden wohl noch zu muede um atemberaubende Spruenge vorzufueren! War trotzdem aufregend!
Auf dem Rueckweg ist uns dann noch eine Gruppe von Delfinen begegnet! Etwa ein Dutzend, die um unsere Kajaks rumgeschwommen, drunter durch getaucht oder einfach desinteressiert nebenher geschwommen sind! Manche sind auch ein wenig rumgesprungen! Dann gings wieder aus dem Wasser raus!
Am Abend nochmal auf einen schoenen Lookout! Genauso toll wie all die anderen! Sonnenuntergang ueber unserem Kaff, den angrenzenden Waeldern und Seen!

Immer noch Fraser

Am naechsten Tag gabs wieder das ueblich: relaxen an einem weissen Strand vor einem blauen See vor gruenen Huegeln unter blauem Himmel! Schon wieder - wie aufregend!
Das Backpacker Leben ist schon hart! Wenn man staendig soviel neues erlebt und in so toller Natur rumlungert, wird es immer schwerer sich begeistern zu lassen!
Trotz der Hitze haben sich die Jungs aus unserer Karre zu einem Fussballmatch gegen ein paar Britten hinreissen lassen! Hab ich schon erzaehlt, dass einer unserer Frasertravelers ehemals in der Slovenischen U18 Nationalmanschaft war?
Dann gings zurueck zur Faere! Einmal eine falsche Abzweigung genommen, 3 km in die falsche Richtung gefahren und dann auch noch den Seitenspiegel am Baum haengen gelassen! Perfekt, endlich mal was unerwartetes! Wir sind umgedreht und haben die Faere dann gerade noch rechtzeitig erreicht!
Etwa 300 km haben wir im Frasersand zurueckgelegt und die Konsequenz vom staendigen Allradfahren wurde uns dann auf dem Rueckweg klar: Benzin alle! Etwa 5 km vor unserem Ziel war der Tank leer (ja, genau die 5 km, die wir vorher in die falsche Richtung gefahren sind) und wir sassen auf der Strasse! Kein Essen, kein Plan, kein Aussenspiegel, kein Handyempfang! Wir haben die Musik aufgetret und unsere letzten Biervorraete mitten auf der Strasse konsumiert!
Freundlicherweise hat uns ein anderes Fraserteam einen Kanister Benzin von der Tanke besorgt! Viel zu spaet sind wir dann zurueck zum Hostel gekommen um zu erfahren, dass die schon ein Suchteam nach uns losgeschickt haben, die jetzt auf der Insel feststecken! Dumm gelaufen!
Wir sind mit den Kosten fuer das Benzin und den Spiegel davongekommen und konnten endlich mal wieder in bequemen Betten schlafen!
Achso, einen Wal haben wir auch noch gesehen an diesem Tag vom Strand aus, als wir zurueckgefahren sind!

Fraser - Episode II

Am naechsten Tag stand Eli Creek auf unserem Reiseplan! Es handelt sich dabei um den groessten Fluss der Insel und falls man das Schild "Do not go past this point" (Nicht weitergehen) hinter sich laesst - schwimmenderweise - wird man mit einem Bad im kristallklaren Wasser inmitten von tropischen Palmen und Blumen (und leider auch haufenweise Fliegen) belohnt!

Nach ein paar mal im Sand feststecken und ein paar Fotos von einem rostigen Schiffswrack (keiner weiss warum das haessliche Ding eines der Topsehenswuerdigkeiten auf der Insel ist) haben wir dann Indian Head erreicht! Nach all dem Sand endlich mal ein paar Klippen! Oben hatte man einen tollen ausblick auf das Seeleben 20 Meter unter sich! Delphine, die in den Wellen spielen, Haifische, die bedrohlich umherschwimmen, und Schildkroeten, die im klaren Wasser treiben.

Nach einem kleinen Abstecher zu den Champaigne Pools gings dann zurueck zum Campen!

Freitag, 21.10.2005

Fraser Island

Fraser Island ist der groesste Haufen Sand, den die Natur im Meer plaziert hat! Angeblich gibt's auf dieser 120 km langen Insel mehr Sand als in der ganzen Sahara! Und fast noch mehr Tourristen als Sand!

Die uebliche Fortbewegungsmethode dort ist mit einem Allradfahrzeug! Vollgepackt mit Campingkram und Essen habe ich mich mit sieben anderen Abenteurern auf dem Weg gemacht, 3 Tage und 2 Naechte auf dieser Insel zu ueberleben!

Wir wurden mit der Faere ruebergeschifft und 10 stuabige Minuten spaeter sind wir auf den ersten einheimischen Dingo gestossen! Vor einigen Jahren hat ein Dingo einen kleinen Jungen gefressen (und da der Mutter niemand geglaubt hat, wurde sie wegen Mordes verurteilt) und seitdem gibt es mehr Dingowarnschilder als Dingos! Trotzdem sollten wir ihnen in den folgenden Tagen noch einige Male begegnen!

Naechstes Ziel auf unserer Reiseroute war Lake McKenzi, schneeweisser Strand, kristalklares, 100% trinkbares Wasser, die gruene Waldlandschaft im Hintergrund und strahlender Sonnenschein! Kann es einen schoeneren Platz auf Erden geben?

Es kann! 1 stunde Schlaengelfahrt durch die Huegellandschaft und wir kamen zu Lake Wobby, ein kleines stueckchen Wasser eingebettet zwischen Sandduennen die bis zum Horrizont reichen und gruenen Huegeln!

Lange konnten wir jedoch nicht bleiben, da es schon dunkelte und wir uns einen Platz zum campen suchen mussten! Camp improvisieren, limitierte Vorraete aufbrachen, den Alkohol rationieren und dann unbequem schlafen!

Donnerstag, 06.10.2005

Wetterbericht

Es ist total warm hier, um die 30 Grad Celsius und dabei ist gerademal Fruehjahr! Und ich will auch noch in den warmen Norden reisen! Wie kommt man nur auf solche verrueckten Ideen!
Und heute hab ich mir fuer 450 Dollar meine naechsten Wochen von einer entusiastischen Reise-Agentin verplanen lassen!
Viele Gruesse ins herbstliche Deutschland! Und gruesst bitte alle, die ich kenne und die nicht mein Tagebuch lesen!

Wandertag

Hiho,
die Stadt Noosa liegt direkt am Noosa National Park! 5 Minuten Wandern von der Stadt aus und man befindet sich im Dschungel! Konnte ich mir natuerlich nicht entgehen lassen!
2 Stunden lang bin ich erstmal am fast menschenleeren Klippenstrand entlangspaziert zu einem wunderschoenen Aussichtspunkt ueber die goldenen Sandstraende und das tiefblaue Wasser (Foto sollte Mario in naechster Zeit online bringen - cheers mate)!
Auf dem Rueckweg gings dann mitten durch den Wald (hauptsaechlich, weils da schattiger und kuehler war)! Noch mal schnell auf den hoechsten Punkt, den Noosa Hill geklettert, um festzustellen, dass der schone Lookout komplett von Baemen versperrt wird!
Auf dem Rueckweg bin ich auf eine franzoesische Familie getroffen, die wild gestikulierend auf einen Eukalyptusbaum gezeigt hat! Hochsehend faellt dann der erste freilebende Koala in mein Blickfeld! In den 10 Minuten, die ich voller Begeisterung meinen Blick nach oben gerichtet habe, hat er sich dann einmal am Bauch gekratzt und einmal den Kopf geschuettelt! Voll die faulen Viecher, aber ich bin trotzdem total begeistert! :-)
Anschliessend haben wir (ich und Annika aus meinem Hostel) uns ein Body Board (Miniaturausgabe eines Surfboards, auf die man sich baeuchlinks draflegt) ausgeliehen und sind nochmal 1 Stunde zurueck zu dem einsamen Strand gewandert!
Die letzten Nacktbadenden hatten den Strand verlassen und so konnten wir im Sonnenuntergang einige "waves catchen" (Wellen fangen) und Hostelschluessel verlieren! Dann gings eine Stunde durch den dunklen Wald zurueck und ploetzlich waren die ganzen Tiergeraeuche und das Buschgerastel viel lauter als zuvor!
War anstrengend, hat sich aber voll gelohnt!

Dienstag, 04.10.2005

Kayaking

Dafuer gibt's in meinem Hostel kostenlos Kayaks auszuleihen, was ich mir natuerlich nicht entgehen lassen durfte! 2,5 Stunden bin ich durch die idyllischen mongroven Noosas gepaddelt, bis mir die Arme wehgetan haben!

2,5 Stunden lang konnte ich die artenreiche Tierwelt bewundern: grosse Gruppen von Pelikanen, haufenweise andere Voegel, Fische, Wasserinsekten und bin sogar mal ein paar Minuten einer Flunder hinterher gewaatet! Hab sie jedoch nicht bekommen und muss mir trotzdem Gedanken ueber mein Abendessen machen!

Mitten in Noosa war ich dann ploetzlich voellig umgeben von Natur und hab mich an ein kleines einsames Strandstueckchen gehockt und meine mueden Arme ausgeruht! Voll schoenes Plaetzchen!

Die ganze Tour ueber bin ich fast nicht nass geworden, bis ich schliesslich verzweifelt versucht habe, mein Kanu aus dem Wasser zu ziehen! Das jedoch hatte andere Plaene, ist weggedriftet, umgekippt und hat mich gleich mitgenommen! Im Wasser planschent bemerke ich dann wie mir 2 Angler belustigt zuschauen! Tauchen musste ich dann auch noch um meine verlorene Ladung zusammenzusuchen und beim zweiten Anlauf ist es mir dann gelungen, an Land zu gehen!

Noosa

Am 03. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, gings dann mit dem Bus weiter nach Noosa! Noosa ist eine Gruppe kleinerer Staedtchen, die malerisch in die artenreiche Flora des Noosa National Park eingebettet liegen! Die australischen Everglades!

Mein Hostel ist schrecklich! Ich bin zwar die einzige Person in meinem 6 Mann Zimmer, aber das fehlen von Schnarchern wird von dem Partykrack der Bar nebenan deutlich kompensiert! Musik und Rumgegroehle bis in den fruehen Morgen! Und Anschliessend fangen dann die Bauarbeiter auf der anderen Strasse mit dem Rumbohren an!

Da sehnt man sich voll an die Ruhe aus meinem Brisbaner Homestead Hostel, wo es jeden Abend um 11 hiess: move on! Entweder ins Bett oder vom Gelaende runter! Erholsamer hab ich nirgends in Australien geschlafen!

Naja, ist ja nur fuer 3 Naechte!

Sonntag, 02.10.2005

Philosophisches Intermezzo

Schafe, sie stehen den ganzen Tag auf der Wiese und fressen Gras! Hoert sich schon langweilig an, aber wenn man bedenkt, dass die armen Viecher nicht mal lachen koennen und sich nicht mit anderen austauschen, sondern nur fressen und gefressen werden, bekommt man schon ganzschoen mitleid! Haben Schafe Spass am Leben!

Menschen koennen lachen und in Australien vergeht auch kein Tag, an dem mich nicht irgendjemand zum Lachen bringt! Ist gesund und jeder Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag!

Trotzdem weiss ich nicht, ob ich mit diesem Zustand zufrieden ist! Als Backpacker entwickelt man einfach viel zu viele Oberflaechliche Beziehungen! "Hi, wo kommst du her?" - " Wo warst du ueberall schon in Australien!" "Wie gefaellts dir hier?" ...

Sobalt sich eine richtige Freundschaft entwickelt hat, muss man schon wieder in die naechste Stadt abreisen! Ich habs satt, alleine zu reisen!

Schreibt mal ein paar Mails, damit ich mich besser fuehle! ;-)

Freitag, 30.09.2005

Arbeitsmoral

Hey mates,

zu Michaelas Eintrag kann ich sagen, dass es in Australien nicht so viel Arbeitslosigkeit gibt, wie wir es in Deutschland gewoehtn sind!

Und die Arbeiten, die die Backpacker den Australiern wegnehmen, wuerden die meisten Australier auch garnet machen! Wer stellt sich schon 10 Stunden bei sengender Sonne auf ein Feld und pickt Tomatos oder Bananas oder sonstwas! Ist aehnlich wie die osteuropaeischen Gastarbeiter in Deutschland, die den Spargel pfluecken!

Ein weiterer Grund sind die genialen Arbeitsbeschaffungsmassnahmen hier in Australien: warum schneller arbeiten, wenn wir doch noch mehr Leute anstellen koennten, die den Job tuen, waehrend wir Pause machen!

Das schlimmste sind die Strassenarbeiten! Heute hab ich eine Baustelle gesehen, ein Bauarbeiter hat gearbeitet und die anderen drei haben miteinander gequatscht! War ja auch nur noch ne halbe Stunde bis zur Mittagspause, da kann man schon mal ein wenig langsamer machen! ;-)

Ich bin im Moment wieder arbeitslos!

Donnerstag, 29.09.2005

Kartfahren

Heute hab ich mal ein wenig mehr Abenteuer gesucht und mein hart verdientes Geld fuer Kartfahren aus dem Fenster geworfen! Helme auf und ins Kart gesetzt!

Da die Dinger keine Gangschaltung hatten, mussten sie von einem Quad (4 Raedrigen Motorrad) angeschubst werden und dann wurde aufs Gaspedal gedrueckt! Man wurde ganzschoen in den Sitz getrueckt, als die Dinger auf 60 bis 80 km/h beschleunigten! Nur meins war bloed und der Motor hat sich staendig und voellig ohne mein eigenes Versuchlden natuerlich ;-) abgewuergt!

Da ich zum ersten mal Kart gefahren bin, war ich am Anfang noch voll langsam und wurde staendig ueberholt! Spaeter hab ich mich dann aber gebessert und wurde nur noch ueberholt, wenn ich abgewuertg hatte! Das coolste am Kartfahren fand ich, wenn man mit 40 km/h um die Ecke schlittert und die Traegheitskraefte an dir zerren!

Am Ende war ich 6. bester und 4. schlechtester! Und dreckig, aber gluecklich fahren sie wieder gen Hostel!

Montag, 26.09.2005

Gekuendigt

Am Samstag hab ich dann meinen Job gekuendigt und an nette Kollegen in meinem Hostel weitervermittelt! Waerend ich jetzt meine letzten kostenlosen Muffins aufbrauche suche ich nach einem Weg aus Brisbane rauszukommen! Vielleicht gibt mir ja irgbendjemand einen Lift!

Als erste werde ich nach Noosa gehen, ein nettes, aber teures Staedchen, anschliessend nach Harvey Bay und Fraser Island, eine touristenueberlaufene Sandinsel! In 1770 (heisst so, weil Captain Cook dort 1770 ans Ufer gewatet ist) werde ich dann laenger bleiben und Surfen lernen! :-)

Nach 6 Wochen in Brisbane faellt der Abschied von bekannten Gesichtern jedoch sicherlich recht schwer! Aber pseudotroestent haben wir uns ein paar E-mail Adressen ausgetauscht, auch wenn wir da vielleicht nie antworten werden!

Das Problem in Australien ist, dass man viel zu viele nette Menschen kennen um sie alle in netter Erinnerung zu behalten!

Donnerstag, 22.09.2005

Gefeuert werden lohnt sich

Unzufrieden mit meiner schlechten Bezahlung (10 Dollar die Stunde, das sind etwa 6,5 Euro, aber ohne Steuern) hab ich mir bei meiner Arbeit in der Kueche lieber Zeit gelassen und mehr Muehe ins Verwerten der Muffin- und Milkshakereste gesteckt als ins Abwaschen!

Deswegen hab ich an meinem freinen Tag einen Anruf von meinem Boss bekommen, der mir gleich noch die ganze Woche frei gegeben hat! "Wir rufen dich an, wenn wir dich brauchen"! Anderst ausgedrueckt: ich wurde gefeuert! Grund war, dass er eine andere Küchenhilfe auf Probe hatte!

Am naechsten Tag bekomme ich dann noch einen Anruf: "Hey, wie geht's Kumpel, hasst du nicht doch Lust zu arbeiten?" Die andere Küchenhilfe war anscheinend noch viel langsamer! ""Klar, falls ich 12 Dollar pro Stunde verdiene!" - "OK"

Und seitdem bekomme ich mehr Knete! Am Samstag kündige ich dann! :-)

Dienstag, 20.09.2005

Wer braucht schon Schlaf

Wenn man sich mal ueberlegt, dass, wenn man 8 Stunden am Tag im Bett liegt, man im Grunde ein drittel seines Lebens verschlaeft, fragt man sich ob man nicht auch mit weniger Schlaf auskommt!

Am Samstag (nach 5 Stunden Schlaf) hatte ich eine 8:30 Stunden shift (Schicht) in meinem Tognini's Café, um 4:30 war ich fertig und um 5:00 startete meine 6:15 hour shift in meiner Augello's Pizzaria! Fuer alle, die den langweiligen Matheunterrichtsstoff wieder vergessen haben: das sind fast 15 Stunden! Danach war ich dann duschen und bin nochmal 3 Stunden mit Arbeitskollegen ins Fortitude Valley, das Partyviertel gegangen!

Naja, Schlaf ist eigentlich schon wichtig! Nach weiteren 7 Stunden Schlaf bin ich wie ein Zombi durch den naechsten Tag gewandelt! 6 Stunden arbeiten und dann nochmal 5 Stunden Schlaf und 10 Stunden Arbeit! Dafuer wird mein Gehaltscheque diese Woche besonders dick!

Viele Gruesse an alle Dahausegebliebenen!

Mittwoch, 07.09.2005

Wiedersehen

Habt vielleicht schon gemerkt, dass Lisa und ich wieder in der selben Stadt rumwuseln! Haben uns jetzt auch schon einmal kurz wiedergetroffen und ein wenig Erfahrungen ausgetauscht! Die Lisagruppe (Johanna, Sebastian und natuerlich Lisa) war nur bisher to lazzy (zu faul) sich mal Abends zu treffen! Und morgen hauen die ja schon wieder ab!

Naja, war gestern auf Mount Coo-Taa oder so aehnlich, ein Berg bei Brisbane, von dem man einen tollen ausblick auf die naechtliche Stadt erhaschen konnte! War mal wieder ein gratis Tour und ich hab ein paar tolle Fotos geschossen!

Jetzt muss ich aber erstmal wieder Arbeiten gehen, um Geld zusammen zu scheffeln, um Lisa auf ihrer Pfaerte entlang der Ostkueste zu rueckwaerts zu folgen!

Dienstag, 06.09.2005

Gruesse

Ach so, schoene Gruesse an die beiden anderen Australienreisenden, Andreas und Nico, die gestern Abgeflogen sind, heute irgendwo zwischenstoppen und morgen ankommen werden!

Viel Spass in Australien, vielleicht sieht man sich!

Arbeit

Wie gesagt bin ich momentan hart am schuften in in 2 verschiedenen Restaurants! Alles, was die Gaeste dreckig machen bekomme ich wieder sauber! Nicht gerade der beste Job!

Dafuer wird mir die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes mit Freefood (freiem Futter) versuesst! Gester gabs einen gratis Milkshake und Apple pie mit caramel sauce zum mitnehmen! Ausserdem mehr Pizzen, Nudeln und Sandwiches als ich essen kann! Und natuerlich all I can drink Cola!

Am Samstag war in Brisbane Riverfire! Australiens zweitgroesstes Feuerwerk nach Sydneys Silvesterparty, das von einer Flugshow gekroent wird! Mehrere Airplanes werfen eine Ladung Benzin ab und zuenden sie in der Luft, sodass es aussieht, als stuende der Brisbane River in Flammen!

Das Problem war nur, dass ich zu dieser Zeit im Restaurant arbeiten mussten! Schande!

Ich werd jetzt noch 2 Wochen arbeiten und dann brauche ich erstmal Urlaub! ;-)

Donnerstag, 01.09.2005

Sailing

Jeden Mittwoch sinnt es reiche Brisbaner und Brisbanerinnen, die nicht wissen wohin mit Zeit und Geld, nach einem Segelbootrennen in der wunderschoenen Brisbaner Bucht! Zu diesem Anlass nehmen sie arme Einheimische und abundzu auch Backpacker als Ballast mit auf ihre Reise!

Umsonst!!! Als Backpacker weiss man, wie man spass haben kann, ohne Geld zu bezahlen! ;-) Man geht zum Beispiel in einen netten Pub und bestellt ein Glas Wasser! Umsonst, was sonst!

Jedenfalls sind wir (zwei Deutsche aus meinem Hostel und ich) nach Manly gefahren und haben uns einschreiben lassen! Um 2 gings los und waerend uns nach und nach alle anderen Segelboote ueberholt hatten, spendierte der Captain fleissig Knabberzeug und Getraenke! Unsere Aufgabe war es, wenn sich das Boot auf eine Seite lehnte, auf die andere Seite zu klettern, um es zu stabilisieren! Ballast halt!

Hat trotzdem Spass gemacht und nachdem wir nach 3 Stunden garantiert nicht als erste ins Ziel gekommen sind, sind wir in der Abenddaemmerung froehlich wieder zum Hostel zurueckgefahren!

Boomerang

Ich bin sicher, jeder hat schon mal was vom Aboriginie Jagtinstrument, dem sogenannten Boomerang, gehoert! Mir wurde die Ehre zuteil, ein Exemplar dieser Mordwaffe (die mit einer gezielten Armbewegung hilflosen Emus und Kangurus gegen die Birne geworfen werden) selber zu bemalen ... umsonst!

Connections ist das Zauberwort! Eine besonders freundliche Mitarbeiterin von "Backpackers World Brisbane" gab mir einen Gutschein dafuer und ich konnte sofort loslegen! Ich hatte auch die Wahl, ein Didgeriodoo zu colorieren, ich Idiot hab mich aber aus Platzgruenden dagegenentschieden! Hat auch seine Vorteile, da ich allein fuer den kleinen Boomerang schon 2 bis 3 Stunden gebraucht habe!

Mitnehmen durfte ich ihn natuerlich auch!

Dienstag, 30.08.2005

Brizzy

Und nun bin ich schon seit 1,5 Wochen in Brisbane, wo sich unsere Wege wieder trennten! Godart wohnt bei seinem Onkel und ich schlage mich erstmals alleine durch das Leben als Backpacker in Australien!

Und das begann damit, dass ich mit 25 Kilo auf dem Ruecken 1 Stunde durch Brisbane zu meinem gemuetlichen Hostel im Suburb gelaufen bin!

Die folgende Woche war nix besonderes! Relaxen am Tag und Party am Abend! Is schon hart das Leben als Reisender! ;-)

Nebenbei hab ich mir noch ein wenig Arbeit gesucht. In Australien laeft das so: Auf der Strasse rumstreunen, Restaurant suchen, dass einem gefaellt, reingehen, "hi, ich bin ein Backpacker und suche nach Arbeit" - "ok, du bist angagiert" und am naechsten Montag fange ich dann an! OK, so einfach wars auch nicht, hab etwa 5 mal versucht, bis ich schliesslich was gefunden habe!

Nun arbeite ich in 2 verschiedenen Restaurants, in einem Café von 12 bis 5.30 und in einem italienischen Restaurant von 6 bis 11! 2 oder 3 Wochen lang! Bis dann!

Montag, 29.08.2005

Surfers Paradise

In Byron Bay haben wir zwei weitere Gesellen aus London aufgetrieben, die das Benzingeld nach Surfers Paradise teilen wollten! Und nach 3 Tagen Aufenthalt im kleinen Kuestenstaedchen ging es dann in's australische Strandurlaubsparadis Surfers Paradise!

Hab Flieger Mario damit beauftragt ein paar Fotos auf meine Seite zu setzen, damit ihr sehen koennt, wie ueberwaeltigen gigantisch der Strand dort ist! Feinster Puderstaubsand der bis zum Horizont reicht! Und wenn man sich umdreht sieht man wieder weissen Sand bis zum Horizont!

Um auch mal ein Foto vom Strand aus der Hoehe zu schiessen, schlichen sich Godart und ich unerlaubterweise in ein Hotelwolkenkratzer! Bis in den 45 Stock wurden wir vom Fahrstuhl getragen, um dort zu erfahren, dass es keine Fenster auf dem Flur gab! In der Hoffnung doch einen Ausblick zu finden, suchten wir uns den Weg durch eine unbeschriftete Tuer, um dann zu erfahren, dass es eine Fireexit Tuer war, die hinter uns schloss!

Konsequenz war, dass wir die ganzen 45 Stockwerke per Treppe runterrennen mussten, um dann vor einer kameraueberwachten Tuer mit der Aufschrift "Alarm wird ausgeloest, wenn Tuer geoffnet wird"! Es gab keinen anderen Ausweg, also oeffneten die Tuer, gingen um die Ecke und rannten und rannten! Ich glaub jemand hat uns verfolgt! 1 Stunde spaeter waren wir auf dem Weg nach Brisbane! ;-)

Samstag, 27.08.2005

Baden in Byron

Byron ist eine kleines romantisches Kuestenstaedchen, deren Bewohner im Hippiezeitalter haengengeblieben sind! Und jede Sau, die nicht gerade arbeiten muss oder in der Schule abhaengt begibt sich zu dem endlosen Pulversandstrand um in der abendlichen Brise zu surfen!

Unser Hostel war total cool in den angrenzenden Wald eingebunden! Auf dem Campingplatz konnten wir unser Zelt mit Seeblick aufbauen! Es gab einen Swimmingpool, eine kleine Bibliothek und all den anderen Kram, den man als Backpacker zu schaetzen weiss!

Riesige Eidechsen (50 cm lang) sonnten sich am Morgen vor unserem Zelt und noch groessere Voegel flatterten ueber unseren Koepfen rum!

Auch wenn es noch so schoen dort war, blieben wir nicht die ganze Zeit im Hostel, sondern begaben uns auch mal auf den 20 Minuetigen Marsch zum Strand! Ganz anderst als in Spanien, wo auf einem Quadratmeter 2 Personen gestapelt werden, hatten wir mindestens einen 50 Meter Strandabschnitt fuer uns alleine!

Und wir gingen natuerlich schwimmen in den bis zu 2 Meter hohen Wellen! Viel Waermer das Wasser dort als in Sydney! Auf der Australienkarte liegen Sydney und Brisbane zwar genau nebeineinander, wenn man es aber mit Deutschland vergleichen wuerde, waere Sydney im aussersten Sueden von Bayern und Brisbane an der Grenze zu Daenemark! Nur dass halt alles auf dem Kopf steht! ;-)

Donnerstag, 25.08.2005

Auf Umwegen nach Byron

Auf dem Weg nach Byron Bay machten wir (immer noch Godart und ich) einen kleinen Umweg ueber Nimbin!

Wer Nimbin nicht kennt, dass ist die Mariuhana-Hauptstadt Australiens (nein, mum, war nicht meine Idee da hinzufahren ;-) )! Jedenfalls wurden wir dort in 30 Sekunden 3 mal gefragt, ob wir Gras kaufen wollen (das ist ein mal pro 10 sec)! Gab dort einige Aboriginies und alle Haeuser (nennen wir sie lieber mal Huetten) waren kunstvoll bekritzelt!

War aber ein regnerischer Tag und nachdem wir ein paar Minuten in Gras-Museen und Mariuhana-Souveniershops rumgelungert hatten, fuhren wir dann weiter!

Auf der Fahrt belaestigten wir einige Farmer mit der Frage, ob sie uns Arbeit geben konnten! Erfolglos kamen wir dann in Byron, ein kleines Staedchen mit einem wunderschoenen Strand, an!

Montag, 22.08.2005

Auf nach Byron Bay

Am naechsten Tag stand dann das grosse Verabschieden an! Im Gegensatz zu vielen anderen musste ich allerding nicht so frueh aufstehen um den Zug nach Sydney zu erwischen!

Stattdessen hab ich mich mit einem netten hollaendischen Autobesitzer Godart zusammengetan mit dem Ziel Brisbane! Es sollte aber noch eine Woche vergehen, bis wir unser Endgueltiges Ziel erreichen sollten!

Unsere Reise begann durch die duenn besiedelte australische Farmlandschaft (dicht besiedelt im Vergleich zum Outback) und in der Hoffnung, dass unsere Farmzeit noch nicht zuende ist, klopften wir an die Tuer einiger Farmen um nach Arbeit zu fragen! Vergeblich! :-(

Wir machten einen Zwischenstop in Lismore wo wir uns ein Zelt zulegten und die Nacht auf einem Campingplatz verbrachten!

Sonntag, 21.08.2005

Letzter Tag

Eine schlechten Eigenschaft von guten Zeiten ist, dass sie irgendwann zu Ende sind! Fuer mein Farmadventure war am Donnerstag der letzte Tag gekommen! Zum letzten mal versuchte ich mein braun-beiges Pferd von all den anderen braun-beigen Pferden zu unterscheiden (und ich lag niemals falsch)! Zum letzten mal buerstete ich seinen Ruecken, bevor ich ihn sattelte und aufstieg!

Zum Abschluss des Jackaroo/Jillaroo Programms stand noch ein wenig Fun auf dem Tagesplan: Horsegames! Das sind Spielchen, die Kinder in der Grundschule spielen, mit dem Unterschied, dass wir sie auf dem Ruecken unserer Pferde machten! Slalomwettlaufen zum Beispiel oder Flaggracing!

Am Nachmittag gab es dann noch ein zwar farmuntypische aber sehr australientypische Unterrichtsstunde: Cricket! OK, es war mehr ein Mix aus Cricket, Baseball und Rugby! Hat aber trotzdem Spass gemacht!

Dann brach der letzte Abend an! Die Theme-Party stand an! Inside out war das Motto! Weiss nicht wie wir auf diese Idee gekommen sind! Jedenfalls ausserte es sich indem wir alle unsere Sachen mit absicht verkehrt herum getragen haben! Hose falschrum (manche haben sogar ihre Unterwaesche ueber der Hose getragen - verrueckt), Reissverschluss der Jacke am Ruecken und linker Schuh am rechten Fuss!

Zum letzten mal wurde ein grosses Lagerfeuer entfacht und wir tranken froehlich diskutierend die letzten Biervorraete aus! Die Zeit schritt voran und je kaelter es wurde desto mehr Leute verschwanden zum letzten mal in ihren Huetten!

Nur eine kleine Vierergruppe blieb standhaft und froestelte dicht am Feuer weiter! Ziel war es den Sonnenaufgang um 5:30 zu erleben! Nach stundenlangen philosophischen Gespraechen (um uns wach zu halten) gaben wir dann eine halbe Stunde vor unserem Ziel auf und schwankten schlaftrunken ins Bett!

Freitag, 19.08.2005

Milking

Am Mittwoch war ich mit dem Melken dran! Das hiess: noch eine Stunde eher aufstehen als sonst immer! Und dann eine Stunde lang die Milchversorgung fuer's Fruehstueck sicherstellen!

Das Kalb wurde die Nacht zuvor weggesperrt, damit es nicht alles wegtrinkt und trotzdem habe ich gerade mal 3 Liter rausbekommen (normal sind etwa 6 Liter)! Suki, die Kuh bekam dann eine Extraportion Heu, damit sie nicht unruhig wird und weiter gings!

Voellig uebermueded gings dann wieder auf's Pferd und erstmals durften wir 20 Schueler eine Musterung ohne die Hilfe der Instructors vornehmen! Anschliessend versuchten wir zu zweit auf dem Pferd eine Kuh von der Gruppe zu trennen! Das ist schwerer als es sich anhoert, speziell wenn man versucht die Mutter von ihrem Kalb zu trennen! Die Kuh versucht naemlich immer wieder zur Herde zurueckzukommen!

Schliesslich haben wir die Kuehe noch zu Fuss durch die gegen gehetzt bis wir sie schliesslich wieder in die Freiheit entlassen haben!

Fencing

Am Dienstag standen dann Fencing lessons (Zaunbaustunden) auf dem Tagesplan! Das Wetter war wunderbar wie immer und wir sind auf dem Ladedeck eines Toyota-Trucks zum Zielort getuckert! Bergauf und bergab, falls ich das nicht schon erwaent habe!

Fancing war nicht so spannend! Alte Holzpfaele mit Axt zu Kleinholz zerhacken und dann aufs Miniaturlagerfeuer werfen, Loecher fuer neue Pfaele graben und diese dann mit Draht verbinden! Anstrengende Arbeit und wieder fragt man sich, warum man dafuer gezahlt hat, anstatt bezahlt zu werden! ;-)

Nach 4 Stunden Arbeit (zum Glueck im Schatten der Eukalyptusbaeume) sind wir dann zufrieden mit unserer Arbeit wieder nach Hause getuckert!

Calve Rodeo

Am Montag waren dann wieder Kuehe an der Reihe! Wie sie an einen anderen Ort gebracht werden wisst ihr ja jetzt schon! Dort angekommen haben wir dann die Kaelber von den grossen Kuhen getrennt! Dann ging der Spass los:

Etwa 7-8 Kaelber sollten eine Ohrmarkierung und ein Brandmal bekommen und die maennchen sollten kastriert werden! Dazu mussten sie aber erstmal eingefangen werden! 120 cm hoch und 200 kg schwer! Keine einfache Aufgabe!

Deshalb waren auch zwei Personen dafuer noetig! Von der rechten Seite naehern, den Kopf greifen und dann zum Schulterblatt verdrehen! Die zweite Person griff unter den Bauch und auf 3 wurde die dicke Kuh auf dem Boden geworfen! Dort wuerde sollte sie aber nicht lange bleiben!

Nicht leicht aber dafuer umso lustiger! Eine australische Jillarooanwaerterin sollte es sogar gelingen einige Meter rueckwaerz auf einem Kalb Rodeo zu reiten! Unfreiwillig natuerlich! Ich hoffe, ich finde Bilder davon! :-)

Im 5, 6 oder 7 Versuch gelang es mir dann endlich das Kalb zu packen und zusammen mit ihr zu Boden zu werfen! Blitzschnell eilten Helfer herbei, setzten sich auf das Kalb und am Ende hielten wir es mit 6 Personen oder mehr am Boden! Da fragt man sich, wie das ein professioneller Cowboy macht!

Dann war das Earmarkin an der Reihe! Ohoh...! Mit einer speziellen Zange wurde ein wenig vom Ohr rausgerissen! Nun wurde zu meinem Lammblut auch noch ein wenig Kalbsblut hinzugefuegt!

Die maenlichen Kaelber bekamen auch ihre Hoden entfernt, diesmal aber nicht mit den Zaehnen und die Reste assen die Hunde (oder sie landeten im Diner, wer weiss ;-) )!

Mit heissen Eisen wurden die Initialien eingebrannt (eine Kuh fing sogar richtig an zu brennen fuer kurze Zeit! Armes Vieh! Und dann wurden sie wieder in die Freiheit entlassen!

Erschoepft aber zufreiden (und mit Plattfuss, weil das Vieh mir 2 mal auf den Fuss getreten ist) sind wir dann wieder nach Hause geritten!

Donnerstag, 18.08.2005

Schaaaaafe

Am Sonntag waren dann die Schafe dran mit der Musterung! Der schwierigste Teil war, die Schafe zusammenzutreiben! Diese Wollkneule sind naemlich nicht so schlau wie Kuehe und lassen sich so einfach in eine Richtung treiben!

Hilton gab Jillaroo Jasmin und mir eine Spezialmission! Unsere Aufgabe war es entlang eines winzigen Baches zu reiten und mit lautem Geschrei die Schafe nach aussen vor die Hufe der anderen zu treiben! Komisch, dass einzige was wir waerend unseres Rittes gesehen und vor uns hergetrieben haben waren Kuehe! Etwa 10 Minuten haben wir geraetselt, ob wir die Kuehe mitnehmen sollten oder hinter uns lassen sollten! Wir haben sie dann schliesslich stehen gelassen!

Als wir dann am Ende des Paddocks angekommen sind, sind wir dann schliesslich doch auf ein paar Schafe gestossen, habe sie in eine kleines Gehege getrieben und dann ging der Spass richtig los!

Als erstes stand das Sheep catching game auf dem Programm! Jeder sollte alleine versuchen ein Schaf so schnell wie moeglich zu Boden zu werfen! Griff ans Maul, Kopf zum Schulterblatt drehen und dann zu Boden werfen! Dazu musste man das Schaf aber erstmal einfangen und die Viecher sind verdammt schnell! Ich hab 23 sec's gebraucht, der Rekord war 9 sec's!

Anschliessend wurden ein paar Wollknaeule mit besonders viel Wolle fuer's scheeren separiert und weggespeert! Dazu mussten wir die fetten Viecher einfange, anheben und ueber einen Zaun werfen! Waer funnier wenn sie sich vorher nicht so viel im Stachelbusch rumgewaelzt haetten und die ganzen Stacheln noch im Fell waeren!

Schliesslich wurden die armen Laemmer fuers Kastrieren aussortiert! Nicht nur eins ist durch die schlecht in Stand gehaltenen Zaene ausgebueckst und musste dann wieder eingefangen werden! Gerademal 50 cm hoch, aber verdammt flink!

Ich bekam nun den Job sie mit einem Spezialgriff ruhig zu halten! Anschliessend wurden die Ohren eingeritzt! Obwohl das Laemmchen noch nicht wusste was ihm noch bevorstand, begann es trotzdem panisch mit dem Kopf hin und herzuwackeln und dabei verteilte es sein Blut aus dem Ohr ueber mein gesammtes Shirt! Von dort an hatte ich den Spitznamen: bloody Rob!

Nun war die Kastrierung an der Reihe! Der Hodensack wurde mit einem Messer aufgeschnitzt und dann wurden die Hoden mit den Zaehnen entfernt (ohne scheiss)! Waren meistens Maedchen, die sich fuer diesen Job gemeldet haben!

Anschliessend wurden noch ein paar Schafe im Gesicht geschoren, damit sie wieder ein wenig sehen konnten (diesmal ohne Blutvergiessen ;-) ) und dann wurde sie wieder in die Freiheit ihrer Weide entlassen!

Nie in meinem Leben hab ich mich mehr ueber die Dusche gefreut, auch wenn sie im Freien in der Kaelte stand! ;-)

Mittwoch, 17.08.2005

Official day off

Ueber Samstag gibt's nicht viel zu sagen! Die Haelfte vom Jackaroo-Programm war vorbei und wir bekamen deshalb einen Tag Pause!

Die meisten verbrachten ihn in town mit Schokoladeneinkauf (insider)! ;-)

Ridingadventure

Bisher durften wir mit unserem Pferd nicht schneller sein als gehen (auch wenn ich mich nicht immer daran gehalten habe ;-) )! Am Freitag durften wir dann erstmals schneller reiten!

Erst ging es im Trott (2ter von 4 "Pferdegaengen") durch einen der flachsten Teile des Anwesends! Anschliessend durften wir dann Countern (weiss nicht, ob das auch das deutsche Wort fuer den 3ten Gang ist, danach kommt Gallop)!

Countern ist die beste Fortbewegungsmoeglichkeit zu Pferd, meiner Meinung nach! Trotten holpert zu viel und gehen ist mir zu langsam und recht langweilig! In der folgenden Woche wollte ich dann nurnoch countern, die Instructors liessen mich jedoch meistens nicht!

p.s.: ich bin kein einziges mal vom Pferd gefallen (ein paar mal war's aber kurz davor) ;-)

Day off

Am naechsten Tag regnete es in Stroemen! Konsequenz war, dass wir nicht ausgeritten sind! Dafuer bekamen wir professionelle instructions im "cottonseat (Kuhfutter) auf den truck schaufeln" (achtung: Ironie)! Eigentlich haetten wir dafuer Geld bekommen muessen!

Den Nachmittag verbrachten wir at Pinkie's mit 4 Videos! Hauptsaechlich Kultfilme ueber australische Cowboys (in words: the man from snowy river 1 & 2)!

Cattle Work

Am Mittwoch hiess es dann arbeiten! Ein Gruppe Kuehe (cattle) musste von von einem umzaeunten Gebiet (padock) ins naechste gebracht werden! Zwischendurch musste sie gemustert werden!

Dazu bildeten wir zwei Reihen aus Reitern und mit lauten Rufen (woopwoop, geet uuup, googoogoo) trieben wir die Herde im tiefsten Punkt des padocks zusammen! Dann bildeten wir ein 'U' aus Reitern und mit schreien der backline wurde die Kuehe in die Musteringanlage getrieben!

Nun hatten wir 40 Kuehe in einem Gehege so gross wie unser Garten! Als naechstes wurden die Plastikknueppel ausgepackt und mit Rufen und Schlagen auf den Hinter (Kuehe sind robuste Tiere, den hat das nicht wehgetan! Umso verwunderlicher ist, wieviel Respekt, ja sogar Angst diese 300 kg Riesen vor so'n paar kleinen Menschen haben!) wurden die Kuehe in einen Gang getrieben, wo sie geimpft wurden! Anschliessend wurden sie nach gross und klein sortiert und in verschiedene Paddocks zuruecktransferiert!

Das war gerademal mein zweiter Ausritt und dabei war ich etwa 4-5 Stunden auf dem Ruecken meines Pferdes! Staendig bergauf und bergab! Wer schonmal geritten ist, weiss wie das am Abend schmerzt! Besonders der Hintern vom langen Sitzen im Sattel! Dafuer wurden wir mit einem Ritt ueber die gruenen Huegel im Sonnenuntergang belohnt!

Sonntag, 14.08.2005

Let's talk about farmwork

Am naechsten Tag hiess es frueh aufstehen! 7:30 gab es breaggy (Fruehstueck) und wer zu spaet kam, bekam nix mehr! Dazu sei gesagt, dass das Essen nicht schlecht war und ich mich immer besonderst aufs dessert gefreut habe (trotzdem habe ich ein wenig abgenommen ;-) )!

Auf dem Stundenplan stand Reiten! Nie zuvor hab ich auf den Ruecken eines Pferdes gesessen! Anfangs hatte ich Angst, ich koennte runterfallen und mir mein schoenstes Jahr mit einem Knochenbruch versauen!

Die Angst legte sich schnell und nach ein paar Instructions konnte ich mein Pferd Bay selbststaendig satteln! Reiten war auch kein Problem! Gerade aus, links, rechts, bergauf und bergab! Nach 2 Stunden gings dann gleich in die freie Wildbahn ueber Stock und Stein!

Abends gings ab nach Pinkies, unserem Partyhaus (und auch Schlafshed)! Dort sassen wir vor dem Feuer (und nicht so ein mikriges Feuer wie man es aus Deutschland kennt, sondern ueber 3-4 Meter hoch) unterhielten uns und tranken!

Leconfield Impressions

Am ersten August stand er dann vor unserer Tuer, Hilton, ein Mann, wie man sich einen Jackaroo (australisches Wort fuer Cowboy) halt vorstellt! Nachdem wir Wegwerfklamotten im Second Hand Laden gekauft hatten und uns mit den Alkoholika und der Schokolade fuer die naechsten 2 Wochen eingedeckt hatten, ging es auf die 1 stuendige Reise ueber Feldwege bis wir schliesslich Leconfield erreichten!

Ich hatte mir immer eine Gruppe kleiner Hausschen in unendlicher, flacher und staubiger Einoede vorgestellt, mit Kuehen, die die einzigen Flecken darstellten, die sich von dem monotonen rot des "bull dust's" abheben! Ich hatte mich geirrt!

Ich befand mich Mitten in einer endlosen gruenen Huegellandschaft wieder! Die baumbewachsenen Taeler werden von Baechen durchzogen und auf allen Seiten weiden kleine Gruppen von Kuehen und Schafen das saftige Gruen!

Nachdem wir unsere Betten in den gemuetlichen aber unisolierten Huetten bezogen haben, bekamen wir eine Einfuehrung von 3 Jillaroos, die alle das selbe Programm gemacht haben, aber an diesem wunderschoenen Fleck Erde haengengeblieben sind (obwohl sie fuer ihre fantastischen Leistungen total unterbezahlt sind ;-) )!

Natuerlich gab es auch Regel, an die wir uns halten mussten! Von 20 Studenten kamen 10 aus Deutschland! Deshalb war die erste Regel: falls man sich nicht in Englisch unterhaelt, dann gibt's abends kein Feuer und es wird gefroren! Zweite Regel: Wer zu lange Duscht und am Ende kein warmes Wasser mehr da ist, der wird in den Creek (Fluss) geworfen! Dritte Regel: Have fun!

Ich hab mich an alle drei Regeln gehalten! :-)

Samstag, 13.08.2005

Arrival in Lakenfield

Hi,

sorry, aber ich spreche schon zulange Englisch (und beginne auch in Englisch zu denken), dass ich immer mehr englische Worte in meine Texte mische!

sorry auch, dass ich mich solange nicht gemeldet habe! Gab nur leider kein Computer auf der coolsten Farm der Welt! Versuche desshalb all meine Erlebnisse (und das waren verdammt viele) chronologisch nachzuhohlen!

Hmm... wo soll ich anfangen? Die erste Nacht verbrachte ich in Tamworth, eine kleines gemuetliches Staedchen, in dem die Shops nicht bis Mitternacht aufhatten! Meine Internetzeit ist vorbei! Ich schreibe morgen weiter!

Donnerstag, 28.07.2005

3 Wochen

Heute sind es nun genau 3 Wochen, die ich am anderen Ende der Welt lebe! 2 Wochen und 6 Tage Travel und 1 Tag Work! 800 Dollar ausgegeben und 100 Eingenommen!

Langsam fuehle ich mich hier heimisch! Vor ein paar Wochen hab ich das Opernhaus noch auf Fotos bewundert, gestern bin ich dran vorbeigejoggt und hab es nichtmal beachtet!

Langsam habe ich aber genug von der Grossstadt und will auf's Land und will was neues Erleben!

Wahrscheinlich werde ich von Cairns aus eine Tour nach Brisbane buchen, inklusive Segeln an den Withsunday Islands, Tauchen und Allradsafari auf Fraser Island und haufenweise Uebernachtungen und Partyies in allen groesseren Staedten!

Auf jeden Fall muss ich einen Surfkurs besuchen, damit ich nicht immer voller Neid auf die vielen Wellenreiter am Strand schauen muss! Australien hat ueber 30000 km Kueste, als viel Platz fuer den Volkssport #1!

Aber erstmal muss ich Lisas Beispiel folgen und mit Fruitpicking ein wenig Geld verdienen!

Montag, 25.07.2005

Baden im Winter

Gestern war ich am Manly Beach in Nordsydney! Das Wasser war eiskalt, dass war mir aber egal! Das war jetzt das erste Mal, dass ich mich im Winter am Strand gesonnt habe und schwimmen gegangen bin!

Mehr als Schwimmer gabe es da aber Surfer am Strand! Alles voll davon! Jeder 10 Australier kann surfen! Will ich auch koennen! Wenn ich mal zu viel Geld habe, werde ich einen Surfkurs buchen! Irgenendwo weiter noerdlich, wo man schneller Sonnenbrand bekommt! Hoffe mal, ich stelle mich nicht zu bloed an!

Viele Gruesse nach Deutschland, wo das Wasser hoffentlich waermer ist!

Zu viele Deutsche

Hab ich schon erwaent, dass es in Australien viel zu viele Deutsche gibt? Im ganzen Hostel stammt die Haelfte bestimmt auch Deutschland! Wie soll man so Englisch lernen?

Kistenschleppen

Kaum hab ich die eine Arbeit nicht gemacht, hab ich auch schon die naechste bekommen! Ein Tag lang durfte ich fuer 16 Dollar die Stunde in einer Removal(Umzugs)-Company rumhaengen!

Meine Arbeit war total simpel: Haufenweise Kisten von einem Container in den naechsten Schleppen! Je mehr schwere Kisten ich transferiert habe, desto mehr hab ich mich ueber den Sinn dieser Arbeit gedanken gemacht!

Mit der Schlussfolgerung, dass sie irgendwie total sinnlos ist! Warum koennen die nicht den urspruenglichen Container (der mit dem Schiff transportiert wurde) nehmen und ihn auf einen Truck packen? Sehen doch alle gleich aus!

Nicht nur, dass sie einmal diese sinnlose Arbeit machen! Alle Kisten werden gezaelt und falls eine fehlt, wird der ganze Container wieder ausgeladen um festzustellen, dass sich die fehlende Kiste ganz am Ende befindet! Total doof! Wann erfindet mal jemand einen Container, der sich an beiden Seiten oeffnen laesst!

Naja, egal! Hauptsache, ich werde dafuer bezahlt! War leider nur ein Tag und jetzt muss ich mir was neues suchen!

Samstag, 23.07.2005

Werbung

Work & Travel in Australien ist wirklich eine einmalige Erfahrung! Wenn man das ganze Leben lang an einem Ort lebt, von der Schule gleich auf die Uni wechselt und dann bis zum Tod einen langweiligen Buerojob macht, dann hat man wirklich was verpasst!

Deshalb einfach mal ein Jahr Auszeit nehmen und in eines der schoensten Laender der Welt reisen! Neue Freunde kennen lernen, Job- und Lebenserfahrung sammelt und die schoensten Plaetze bereisen! Die Freitheit ist nur 20 Flugstunden entfernt!

Klar, muss man einiges entbehren! Seife zum Beispiel, funktionierende Waschmaschine und Trockner eine kakerlakenfreie Kueche! Gutes Essen auch, falls man nicht gewillt ist, so viel auszugeben und falls man aehnlich ausgepraegte Kochkuenste wie ich besitzt!

Man, ich hab nicht gerade Ueberzeugungstallent! ;-)

Ich haette vielleicht lieber erzaehlen sollen, wie schoen die Stadt ist! Blauer Himmel, Sonnenschein und eine der schoensten Meeresbuchten der Welt! Wie toll die Natur hier ist! Bewachsene Huegel, die bis zum Horizont reichen und weiter, wunderschoene Straende und alles ist belebt von zahllosen Tieren, haufenweise Kangurus, wunderschoene Voegel (die mit ihrem schrecklichem Geschrei den Schlaf auf den durchgelegenen Matratzen unsanft beenden), vereinzelte Koalas und Emus und natuerlich die schon erwaehten Kakerlaken!

Fuer alle, die einmal diese wunderbaren Erfahrungen machen, jeden Tag neue Leute treffen und sie am naechsten Tag wieder vergessen wollen... fuer alle, die an einem Tag in Sydney aufstehen, mit all ihrem Besitz auf dem Ruecken durch die Gegen laufen und am Abend in Cairns einschlafen wollen... fuer alle, die das schoenste Jahr ihres Lebens in einem anderen Land verbringen wollen, ist Australien genau das Richtige!

Ich hoer jetzt mal wieder auf mit schreiben und habe weiter die schoenste Zeit meines Lebens! :-)

Hauptsache schoene Aussicht

Ordnungsgemaess gekleidet bin ich am Mittwoch puenktlich am Sydney Tower Restaurant erschienen! Die Fahrt mit dem Fahrstuhl hat etwa zwei Minute gedauert und dann bin ich 320 Metern ueber den geschaeftigen Strassen der New South Wales Hauptstadt im wohl hoechsten Restaurant der Suedlichen Hemisphaere angekommen...

...um dort zu erfahren, dass ich eigentlich ganz wo anderst arbeiten soll! Schnell nochmal den schoenen Ausblick geniessen - eine der schoensten Metropolen, Wolkenkratzer und die viellen schimmernden Wasserflecken der langezogenen Bucht glaenzten im Licht der untergehenden Sonne - und dann gings wieder runter!

Gleich mal Arbeitgeber anrufen: "wartet in der Market Street"! Dort angekommen, kein Arbeitgeber weit und breit! Noch mal angerufen: "stupid idiots, wartet am Circular Key"! Halbe Stunde laufen...

Angekommen am Circular Key, der Anlegestelle aller oeffentlichen Personenfaehren, warten und wieder anrufen... keine Antwort.

Nach einer Stunde haue ich dann zusammen mit einem anderen sich verarscht gefuehlten Backpacker wieder ab! 86.000 Backpacker jaehrlich, alle wollen die wenigen verfuegbaren Stellen! Wenn man den einen Backpacker nicht mehr will, wirbt man sich einfach einen neuen an!

Dienstag, 19.07.2005

Erster Job

Juhu, ich hab meinen ersten Job!

Ich arbeite morgen Abend auf einer Hochzeit in einem der besten Restaurants der Stadt, hoch ueber den Wolken im Sydney-Tower!

Wie toll es war erzaehle ich dann beim naechsten mal!

:-)

Luxusappartment

Bin jetzt wieder umgezogen in eine richtige Luxus-Backpacker-WG! Aber ich kann mich fuer 10 Dollar die Nacht nicht beklagen! Im Preis mit inbegriffen sind zahlreiche Scharben, die jeder Sosse noch mal ein wenig Wuerze geben! Sogar Fernsehen mit allen moeglichen daemlichen australischen Fernsehsendern ist in jedem Zimmer!

Dafuer ist die Stimmung super! Jeden Abend wird gefeiert, bis der grimmige Nachbar die Bullen ruft! Die guten Stimmung profitiert wahrscheinlich auch vom Grasgeruch, den ein WG-Mitglied im ganzen Haus hinterlassen hat (nein Mama, ich wuerde das Zeug nie anruehren)!

Hab jetzt gleich mal fuer zwei Wochen gebucht! Jobmaessig siehts jedoch nicht so gut aus! Hoffe mal ich finde diese Woche noch was!

Viele Gruesse!

Sonntag, 17.07.2005

Extreme Sparing

Canberra war toll! Kangurus, Koalas, Emus, Schnabeltiere und viele mehr! Tiere, die man in Germany nur im Zoo sieht, leben hier in den Vorgaerten! Total faszinierend! Und die Sonnenuntergaenge ueber den weiten menschenleeren Huegellandschaften sind wunderschoen!

Nach 5 tollen Tagen in Canberra in einem relativ luxurioesen Hostel bin ich jetzt zurueck in Sydney! Extreme Sparing aessert (sorry, gibt keine Umlaute und sz'ts auf australischen Tastaturen ;-) ) sich in sofern, dass wir heute in der letzten Absteige uebernachten!

Fuer 20 Dollar die Nacht haben wir dafuer auch mehr gesellschaft im 14 Betten Dormitory als uns lieb ist und als wir sehen koennen! Ich will nicht wissen, was da alles unter den unbequemen Betten rumkriecht! Duschen muss heute auch mal ausfallen! Bei dem vielen Schimmel wird man hier eher dreckiger als sauberer!

Zum Glueck habe ich erst mal nur eine Nacht gebucht! Eine zweite wird wahrscheinlich nicht folgen!

Ich geh jetzt langsam mal schlafen! Euch wuensche ich aber noch einen schoenen Tag!

Donnerstag, 14.07.2005

Wandern in Canberra

Winter in Canberra! Das war erstmal ein Schock als wir mit dem Bus angekommen sind und unser Atem in der 2 Grad kalten Luft kondensiert ist! Dafuer wurden wir schon auf der Fahrt mit einem Blick auf die ersten Kangurus belohnt! In den darauffolgenden Tagen sind wir dann stundenlang gewandert und gesellten uns zu einem Kangururudel! Dutzende Kangurus sind einfach um uns rumgehoppelt! Und Voegel, die man in Deutschland im Kaefig haelt, sitzen hier in jedem Baum und kreischen einen Morgens aus dem Schlaf! Gruesse aus dem kalten aber schoenen Canberra!

Dienstag, 12.07.2005

good morning australia

Bei  mir ist es gerade halb 12, ihr liegt wahrscheinlich gerade noch  im Bett.  Gestern haben wir jemandem zum Geburtstag gratuliert,  als er in Deutschland noch  garnicht geburtstag hatte, weil es  damals bei euch noch vorgestern war!  Kompliziert ist das alles  und dann steh ich auch noch kopfueber auf der anderen  Seite der  Weltkugel!
Hatte gerade ein voll sinnloses Beratungsgespraech!  Ich brauche einen Job,  hab naemlich schon fast 200 Dollar in den  ersten 5 Tagen ausgegeben!
In Canberra sieht es arbeitsmaessig  schlecht aus, deshalb werde ich nach  meinem Farmlehrgang am 1.  August erstmal aus dem kalten Sueden in den warmen  Norden reisen  (schon wieder verkehrte Welt!). Dort werde ich dann fruits picken,  Erntehaelfer also!
Jetzt geniesse ich aber erstmal meine  vorerst letzten Stunden in Sydney!
Man liest sich!

Montag, 11.07.2005

Howdy

hab mich zwar lange nicht gemeldet, lebe aber trotzdem noch! Gibt halt in Sydney viel zu viel zu tun, um sinnlos im I-net rumzusurfen!

Wir warn am Opernhaus, auf der Harbor-bridge, in haufenweise Parks und Bars, am Darling harbor das Feuerwerk bestaunt, Bondi Beach gesehen (zu kalt zum baden) und vieles mehr worueber ihr neidisch sein solltet! ;-)

Morgen gehts dann ab nach Canberra zu Kangurus sehen und bushwalken!

Schoene Gruesse aus dem sonnigen Australien!

Donnerstag, 07.07.2005

Angekommen

Auf dem 11 stuendigen Flug nach Seoul, wurden wir vom freundlichen Flugbegleitern mit Genussfreuden wie: Algen in heissem Wasser und Chemieglibber verwoehnt.

Es folgten zahlreiche Passkontrollen um schliesslich beim kostenlosen Essen herauszufinden, dass wir nicht mit Staebchen essen koennen.

Nach 6 stuendigem Aufenthalt ging es dann weiter auf die Suedhalbkugel. Weitere 10 schlaflose Stunden dauerte der Transit nach Sydney, wo wir koreanischer Spezialitaeten unversehrt angekommen sind.

Jetzt geht das Abenteuer aber erst richtig los. Und dass in meinem Jetlack geplakten Daemmerzustand.

Montag, 04.07.2005

Es wird ernst

Sind jetzt etwa noch 28 Stunden und 20 Minuten, bis mein Flieger abhebt. Dann werde ich ein Jahr lang nicht mehr deutschen Boden berühren, ein Jahr lang nicht mehr Weihnachten stilgerecht im Winter feiern, an Sylvestern nicht frieren und ...
Jetzt geht 1 Jahr lang die Sonne für mich 8 Stunden früher auf und 8 Stunden früher unter. Hört sich zwar romantisch an, nennt man aber Jetlack und kann krank machen. Da ich aber sowieso in letzter Zeit etwa 8 Stunden später aufgestanden bin, als Leute, die noch in die Schule müssen, kann ich ja einfach mal 8 Stunden länger schlafen und so einen kompletten Tag auslassen.
Viel schlimmer wird bestimmt der Flug. Dienstag um 20:00 geht's von Frankfurt aus los und erst Donnerstag um viertel nach 7 betreten wir australischen Boden. Zwischendurch gehten wir ein wenig in Seoul (Korea) spazieren.
Wird bestimmt lustig...

Sonntag, 03.07.2005

Nur noch 3 Tage

In 3 Tagen ist es soweit! 20 Leute werden in ein Flugzeug gepackt und nach Australien geflogen.
Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen, jetzt sollte ich nur langsam mal realisieren, dass ich ein Jahr lang nicht mehr Deutschen Boden betreten, ein Jahr lang nicht mehr in meinem Bett schlafen und ein Jahr nicht mehr täglich in bekannte Gesichter Blicken werde. Schon irgendwie komisch.